Jürgen Lipki, Pensionär, Jurist, vormals Leiter einer offenen Jugendstrafanstalt in Nordrhein-Westfalen
Autor des Buchs „Im Focus der Kritik: Die Katholische Kirche und ihre Glaubenslehre“
11. Auflage 2026, 176 Seiten, als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich (10 € / E-Book 5 €)
Leitgedanken
„Was ich nicht weiss, glaube ich auch nicht zu wissen.“ (Sokrates)
„Skepsis ist der erste Schritt zur Wahrheit.“ (Denis Diderot)
„Es scheint kaum eine Grenze dafür zu geben, was getan werden könnte, um eine gute Welt zu schaffen, wenn nur die Menschen die Wissenschaft klug nutzen.“ (Bertrand Russell)
Der Autor 2016
Die durch Beobachtung und Experiment gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse über natürliche Phänomene in der Welt, zu denen die bedeutendsten Forscher in den letzten Jahrhunderten gelangt sind, verdienen es, von allen Menschen anerkannt und beachtet zu werden.
Gläubige, die dieser Aussage zustimmen, werden sich ernsthaft fragen müssen, ob nicht einige religiöse Kernbotschaften, die mit dem heute als sicher geltenden vertieften Wissen über die Gesetze der Natur unvereinbar sind, als naive Phantasiegeschichten aus der Frühphase der Menschheitsgeschichte anzusehen sind.
Mein Buch
Das Buch, das zu einer kritischen Auseinandersetzung herausfordert >
Die Bibel
Die „Heilige Schrift“ ist eine aus antiken religiösen Quellen zusammengestellte Sammlung ausgewählter religiöser Texte, verfasst von einer Vielzahl von (meist historisch nicht identifizierbaren) Autoren, die häufig nicht Zeitzeugen der von ihnen geschilderten, oft Jahrzehnte und länger zurückliegenden und nur von Mund zu Mund überlieferten (vielfach historisch nicht verifizierbaren) Ereignisse waren.
Die KK gilt heute vielen Menschen als eine von einem antiken Weltbild geprägte Glaubensgemeinschaft, die im Verdacht steht, zulasten von Vernunft und Verstand einen reinen Aberglauben zu verbreiten. Sie stößt damit zunehmend in der Gesellschaft auf Ablehnung und Kritik. Diese richtet sich nicht nur gegen ihre Glaubenslehre und ihre antiken Moralvorstellungen, sie nimmt auch Bezug auf ihre hoch kriminalitätsbelastete Geschichte und ihre autokratischen und patriarchalischen innerkirchlichen Strukturen. Hinzu kommt noch die Kritik am Auftreten der Kirche in besonders Anstoß erregenden Fällen.
Mit diesem Buch sollen allˋ jene Leser angesprochen werden, die aufgeschlossen sind für eine rationale Kritik an der Katholischen Kirche und ihrer Glaubenslehre. Der Autor möchte mit diesem Buch vor allem auch junge Eltern erreichen, die über die religiöse Erziehung ihrer Kinder Entscheidungen zu treffen haben. Bedenken Sie, dass bei Kindern in einem Alter, in dem sie noch nicht über die geistige Reife verfügen, in der religiösen Erziehung eine gewisse Zurückhaltung geboten ist.
In einer Gesellschaft, die sich die Wahrung der Menschenwürde in ihrer Verfassung zum obersten Ziel gesetzt hat, ist das Selbstbestimmungsrecht aller Menschen ein hohes Gut. Das hat nach meinem Rechtsverständnis Auswirkungen auf das Erziehungsrecht der Eltern und zwar insoweit, als sie bei der Erziehung Rücksicht auf das Recht ihrer Kinder nehmen müssen, hoch wichtige Entscheidungen in ihrem Leben zu gegebener Zeit selbst treffen zu können. Dieses Recht ist tangiert, wenn Eltern eine weitreichende, häufig nicht rückgängig zu machende Vorentscheidung über die religiöse Orientierung zulasten ihrer Kinder treffen. Ich denke dabei vor allem daran, Kinder in jungen Jahren nicht einer hoch problematischen religiösen Indoktrinierung durch Geistliche auszusetzen, die, wie ich zeigen werde, negative Folgewirkungen für ihr ganzes spätere Leben haben kann.
Außerdem: Warum sollen Kinder – wie das wohl in der Welt die häufig nicht hinterfragte allgemeine Regel ist – den Glauben der Eltern annehmen, wo es ihnen doch ansonsten freisteht, sich über alle wichtigen Dinge im Leben im Verlauf ihrer Entwicklung eine eigene Meinung zu bilden und ihr Leben später selbstbestimmt zu gestalten. Eltern sollten dies bedenken und dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder in einem Klima von Weltoffenheit aufwachsen und dabei einen kritischen Blick entwickeln auf Alles, was in der Welt an irrationalen, unwahren und unbewiesenen Behauptungen Verbreitung findet.
Dieses Buch ist keine Kampfschrift gegen einen religiösen Glauben. Auch der Autor dieser Schrift fragt sich, ob es jenseits der Erscheinungen in dieser Welt etwas gibt, aus dem alles entstanden ist und das eine Erklärung für das Entstehen der Welt und der Spezies Mensch liefert. Allerdings wird sich dieses Rätsel aus rationaler Sicht nicht lösen lassen. Folglich macht es keinen Sinn, sich zur Lösung metaphysischer Fragen auf wilde Spekulationen zum Ursprung und Sinn dessen was ist einzulassen oder fragwürdigen Offenbarungen bzw. absurden religiösen (und metaphysischen) Phantastereien Glauben zu schenken.
Religionen enthalten unbestreitbar auch Botschaften, die es verdienen, als universal gültige ethische Aussagen gewürdigt zu werden. In diesem Buch geht es allerdings vorrangig um jene Glaubenssätze, die heute aus kritischer Sicht vernunftgeleiteten Menschen nicht mehr vermittelbar sind. Darüber möchte der Autor am Beispiel der Glaubenslehre der Katholischen Kirche aufklären.
Da der Autor mit dieser Schrift auch die Absicht verfolgt, für einen unverfälschten realistischen Blick auf die Welt zu werben, sind im Anhang noch zahlreiche Statements zu religiösen Lehren und philosophischen Thesen aufgenommen, die mit dem Bild des Autors von der einzigartigen geistig-seelischen Natur des Menschen nicht vereinbar sind.
• Göttliche Offenbarungen und christliche Überlieferungen
• Die Verkündigung, dass Gott die Welt erschaffen hat
2. Die Unvereinbarkeit von Glaubensinhalten und wissenschaftlichen Erkenntnissen
Glaubensinhalte, die nach unserem heutigen Wissensstand nicht wahr sind
Die über die Person Jesus verbreiteten Legenden
Der historische Jesus
Jesus aus christlicher Sicht
Versuche, die christliche Lehre gegen rationale Einwände zu verteidigen
3. Die logischen Widersprüche in der katholischen Lehre, derzufolge Gott allmächtig, allwissend und gütig ist
4. Die Anstößigkeit der Lehre vom ‚Endgericht‘
5. Der Anspruch der KK, in der Nachfolge Christi zu stehen
6. Die Verkündigung, über göttliche Vollmachten zu verfügen
7. Die Illusion von einem Leben nach dem Tod
8. Die psychische Prägung durch religiöse Indoktrinationim Kindesalter
9. Die Ohnmacht von Gebeten
10. Die Katholische Kirche in der Kritik
Die antiquierten Strukturen der KK
Die Kriminalitätsgeschichte der KK
Die Einstellung der Kirche zur Staatsgewalt
Die Ausübung weltfremder religiöser Praktiken
Die Prunksucht der Kirche
Der Umgang der Kirche mit dem Kindesmissbrauch ihrer Geistlichen
11.Was hat die KK den Gläubigen heute noch zu bieten?
Spricht die katholische Glaubenslehre die Menschen heute noch an?
Welche Überzeugungskraft haben christliche Werte in unserer Gesellschaft noch für die Menschen?
Ist die Kirche als einer der bundesweit größten Träger sozialer Einrichtungen unersetzbar?
12. Schlussfolgerungen bzw. Forderungen
Die Rechtsbeziehungen zwischen der BRD und dem Vatikan müssen neu vertraglich ausgehandelt werden
Die KK muss sich von Bibelstellen, die Krieg und Gewalt rechtfertigen, eindeutig distanzieren!
Bildungspolitische Forderungen
13. Schlussbemerkung:
14. Christliche Mythen
Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) im Fuldaer Dom am 24.9. 2024
Anmerkung: Keiner der Bischöfe wurde vom ‚Kirchvolk‘ (von der Gesamtheit der Gläubigen der einzelnen Bistümer) gewählt; auch eine Abwahl – etwa wegen Vertuschung bei der Behandlung von Missbrauchsfällen oder wegen grober Pflichtversäumnisse bei der gebotenen Aufklärung – ist nicht möglich.
Wer auch immer in den zurückliegenden Jahren als Papst oder Bischof in der Verantwortung gestanden hat und es versäumt hat, Missbrauchsvorwürfen gegen Geistliche und Mitarbeiter der kirchlichen Einrichtungen in der gebotenen Weise nachzugehen oder sogar bei Vorliegen von Hinweisen, die weiteren Missbrauch befürchten lassen, einschneidende Maßnahmen zu treffen, sollte sich die Frage stellen, welche persönlichen Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Die geistlichen Würdentrãger sollten dabei bedenken, wie sehr sie dem Ruf und der Glaubwürdigkeit der Institution Katholische Kirche schwersten Schaden zugefügt haben und es daher keinesfalls ausreicht, mit einer hilflosen Geste sein Bedauern zu erklären.
Soweit öffentlich bekannt geworden ist, sind bislang trotz der tausendfach in den deutschen Bistümern ermittelten Fälle, in denen fehlerhaftes Verhalten in der Behandlung von Missbrauchsfällen von unabhängigen Gutachtern festgestellt worden ist, vom „Heiligen Stuhl“ keine konkreten Sanktionen gegen auch nur einen der im Amt befindlichen Bischöfe ergangen. Auch haben nur wenige Bischöfe (2 von 27) überhaupt gravierende eigene Fehler im Umgang mit Mißbrauchsfällen öffentlich eingeräumt.
Anhänge
1. Ethisch anstößige Bibelverse (kleine Auswahl)
2. Ist der ‚Liebe Gott‘, wie ihn die KK lehrt, nur ein Trugbild menschlicher Vorstellungskraft?
3. Schluß mit dem Wunderglauben!
4. Gebete sind keine Zwiegespräche mit Gott
5. Auf der Punkt gebracht – Zusammenfassung meiner zentralen Kritikpunkte
Version 1: Text des Autors (mit zugespitzten Formulierungen)
Version 2: Mit Copilot KI-generierter Text (moderate Fassung)
6. Wie verträgt sich Religionskritik mit dem Gebot religiöser Toleranz?
7. Kann nur der Glaube vor einem Verfall von Sitte und Moral in der Gesellschaft bewahren?
8. Kurze Antworten auf große Fragen an die Philosophie: Was kann ich wissen? Was darf ich glauben? Was soll ich tun?
9. Das Streben nach ‚tieferer‘ Erkenntnis – Die Suche nach dem, was hinter den Erscheinungen in der Welt verborgen ist
10.Das Weltbild der Menschen im Wandel der Zeiten
11.Mein Bild, das ich von der einzigartigen Natur des Menschen habe
Ist der ‚freie Wille‘ nur Fiktion?
Die Vorstellung vom eigenen „Ich“
Ist die Seele des Menschen ‚unsterblich‘?
Wie frei ist der Mensch in der Ausübung seines Gewissens
Worin besteht eigentlich der Sinn des Lebens?
12. Selbsttest: Wie stark ist Ihr christlicher Glaube?
13. Selbsttest: Wie lebensklug – geistig aufgeweckt – sind Sie?
14.Statistische Daten zum religiösen Leben in Deutschland
15.Zitate namhafter Persönlichkeiten
16. Literatur
17. Auswertung des Selbsttests unter 12
18. Auflösung des Selbsttests unter13
19. Leserkritik
20. Nachträge zur Vorauflage
Ist die Bibel Gottes Wort?
Warum Christen an Gott glauben
Welcher Mittel und Methoden sich die KK zur Festigung des christlichen Glaubens bedient
Die Gefahr religiöser Verblendung am Beispiel der Versuchung Abrahams
Die Aufforderung an die Gläubigen, ein gottesfürchtiges Leben zu führen
Wie die KK mit ihrer kriminalitätsbelasteten Vergangenheit umgeht
21. Von Microsofts Copilot KI-generierter Text zu den Kernaussagen meines Buchs
DasStreben nach „tieferer“ Erkenntnis (… nach dem, was hinter den Erscheinungen der Welt verborgen ist)
Versuche, die christliche Lehre gegen rationale Einwände zu verteidigen
Das Weltbild der Menschen im Wandel der Zeiten
Gebete sind keine Zwiegespräche mit Gott
Die psychische Prägung durch religiöse Indoktrination im Kindesalter
Die Kriminalitätsgeschichte der Katholischen Kirche
Worin besteht eigentlich der Sinn des Lebens?
Menschen wird seit jeher von Glaubensgemeinschaften suggeriert, das Leben müsse, da wir alle Geschöpfe Gottes seien, einem höheren Sinn dienen. Sie meinen auch zu wissen, worin der Sinn des Lebens besteht und fordern dazu auf, ein gottgefälliges Leben im Glauben an einen GOTT und unter Beachtung der von seiner Kirche verfassten Lehre zu führen.
Jedem Menschen ist natürlich unbenommen, sein Leben in Demut vor einem heiligen Wesen zu führen und darauf zu vertrauen, auf diese Weise einem höheren Zweck zu dienen, allerdings bleibt ihnen dann vieles versagt, wofür Menschenevolutuonär geschaffen sind und was sie vor allen anderen Lebewesen auszeichnet:
Menschen können – wenn sie selbstbewußt ihrem Verstand folgen – ein selbstbestimmtes und in diesem Rahmen auch sinnerfülltes Leben entspr. ihren Bedürfnissen, Neigungen und Vorlieben (in Verantwortung gegenüber den Mitmenschen) führen, und zwar frei von weltfremden Illusionen, frei von fragwürdigen metaphysischen Spekulationen und frei von dogmatischer Bevormundung.
Wer sich jetzt fragt, wie er seinem irdischen Leben einen Sinn verleihen kann, dem entgegne ich, dass es dafür verständlicherweise kein Patentrezept gibt, das für alle Menschen passt. Jeder muss entsprechend seinen individuellen Anlagen und Fähigkeiten, seinen besonderen Interessen,Vorliebenund Befindlichkeiten und nicht zuletzt seiner sozialen Ausgangsbedingungen seinen eigenen Weg finden.
Seinem Leben einen Sinn geben heißt für mich, sich bereits in jungen Jahren und auch später immer wieder Antworten auf grundlegende Fragen zu geben, insbesondere von der Art: „Wie kann ich mich in dieser Welt verlässlich zurechtfinden und was will ich aus meinemLeben machen?“ Dabei steht es jedem Menschen völlig frei, welche Ausrichtung er seinem Leben geben will. Das schließt selbstverständlich auch eine von religiösen Vorstellungen geprägte Lebensorientierung mit ein.
Im Zentrum der Lebensplanung von Menschen steht sicher zunächst die Frage, was man privat und beruflich im Leben erreichen will, aber mindestens ebenso bedeutsam sind folg. Fragen:
Wie lerne ich die Welt zu verstehen?
Auf welche Weise will ich mir im Leben eine mit den Realitäten übereinstimmende, abgewogene Meinung bilden über das, was an religiösen Bekenntnissen, diversen Weltanschauungen, philosophischen Betrachtungen, naturwissenschaftlichen Theorienund simplen Behauptungen über angebliche Geschehnisse in der Welt (eher) wahr ist oder (eher) nicht?
Nicht jeder Mensch wird im Erlernen dieser Fähigkeit eine Meisterschaft erlangen, allerdings wird das auch nicht nötig sein, es reichen schon Grundkenntnisse aus, um nicht auf Scharlatane, Heilsverkünder und jede Art von Halunken, die nur ihren eigenen Vorteil kennen, hereinzufallen. Die Welt ist voll von derartigen Typen.
Fortgeschrittene werden auch unterscheiden können zwischen dem, was in der Welt Fakt – zuverlässiges Wissen – ist und dem, was an Behauptungen auf ihre Wahrhaftigkeit hin nicht überprüfbar und wenig glaubhaft oder sogar ausgedachter Schmarren ist. Sie werden zudem gelernt haben, was der entscheidende Unterschied zwischen Wissen und Glauben ist: Wissen bezieht sich auf gesicherte Erkenntnisse zu Erscheinungen in der realen Welt, Glauben auf rein fiktive Vorstellungen über eine „jenseitige“ Welt, über die zuverlässige (durch Fakten belegte) Aussagen nicht möglich sind.
– Wie weit bin ich bereit, mir zwecks Befolgung antiker religiöser Ge- und Verbote vorschreiben zu lassen, wie ich mein Leben zu führen habe?
– Welche Rolle will ich generell meinem Verstand bzw. der Vernunft im Leben einräumen? Wie ratsam ist es, in Fragen der Lebensorientierung und der allgemeinen Lebensgestaltung auf einen Glauben oder sein Gefühl zu setzen?
– Welche Wertvorstellungen mache ich mir zu eigen? Orientiere ich mich dabei an den Grundwerten unserer Verfassung oder an dem archaischen Gedankengut von Religionen?
– Was liegt mir im Leben besonders „am Herzen“? Was sind meine Ideale? Für welche Ideen möchte ich mich im Leben besonders einsetzen?
– Wie lerne ich es, mit meinen Begierden und Leidenschaften angemessen umzugehen und mich nicht auf unkalkulierbare, gefährliche Risiken in meinem Leben einzulassen?
– Führe ich ein Leben, das den ethisch- moralischen Anforderungen, die ich an mich stelle, gerecht wird?
– Genieße ich die von mir gewünschte Anerkennung und Wertschätzung meinerMitmenschen?
– Bin ich mir bei allem, was ich im Leben tue, immer bewußt, dass ich allein für mein Leben Verantwortung trage? Bin ich mir auch bewusst, wem ich im Leben vieles und vor allem, wem ich letztlich alles – das Leben selbst – zu verdanken habe und folgt daraus nicht, dass wir alle – komme was wolle und ohne dass es dazu einer religiösen Aufforderung bedarf – den Eltern schulden, sie in Ehren zu halten und ihnen in Not und Leid beizustehen?
– Was soll von mir in Erinnerung bleiben?
Diese und viele andere Fragen werden sich Menschen, die ihr Leben selbstbewusst in eigener Verantwortung gestalten wollen, im Verlauf des Lebens immer wieder stellen und dabei auch selbstkritisch Bilanz ziehen, was man im Leben bereits erreicht hat und woran man noch ‚arbeiten‘ muss. Nur so wird man am Ende des Lebens sagen können, man habe trotz aller Widrigkeiten und mancher Rückschläge ein vielleicht nicht sorgenfreies, aber doch weitgehend sinnerfülltes Leben gemäß seinen inneren Überzeugungen und guten Vorsätzen geführt, oder m.a.W., man habe das Beste aus seinem Leben gemacht!
Ist die Seele des Menschen ‚unsterblich‘?
Der Begriff „Seele“ ist mehrdeutig. Er hat im religiösen Kontext eine andere Bedeutung als im allgemeinen Sprachgebrauch. Im alltäglichen Umgang wird er meist als Synonym für das Wesen eines Menschen mit allˋ seinen geistigen, charakterlichen und emotionalen Eigenschaften verstanden. Danach ist die Seele eines Menschen wie sein Geist und Körper vergänglich.
Hingegen ist mit dem Begriff der„Seele“ nach christlicher Lehre etwas Immaterielles gemeint, das als Inbegriff für das individuelle Wesen eines Menschen dient, real existiert und über den Tod eines Menschen hinaus fortbesteht.
Eine solche Vorstellung von Seele teile ich nicht. Es handelt sich dabei um antikes Gedankengut, das mit unserem heutigen Wissen um die physikalischen Gesetze in der Natur nicht vereinbar ist.
Wir wissen heute, dass Geist und Körper des Menschen untrennbar miteinander verbunden sind, geistige Tätigkeit eines Menschen also nicht ohne ein funktionsfähiges Gehirn möglich ist. Da die Wesenszüge eines Menschen vor allem geistige Merkmale sind und sich nur in einem lebenden Organismus entwickeln können, kann man von der Existenz einer Seele als „Inbegriff für das individuelle Wesen eines Menschen“ auch nur sinnvoll sprechen, solange diese einen „Besitzer“ (ihren Sitz im Körper eines Menschen) hat, dem bestimmte Wesenseigenschaften zu eigen sind; m.a.W., ein funktionsfähiges Gehirn in einem lebenden menschlichen Organismus ist notwendige Voraussetzung für ein mögliches Seelenleben. Mit dem Tod endet unwiderruflich das, was Christen als Seele bezeichnen.
Die Annahme, dass Menschen über eine „unsterbliche Seele“ verfügen, widerspricht folglich jeglicher Vernunft, sie ist ein Hirngespinst, eine im wahrsten Sinne des Wortes „fixe Idee“.
DasStreben nach „tieferer“ Erkenntnis (… nach dem, was hinter den Erscheinungen der Welt verborgen ist)
Seit der Antike sind Philosophen und religiöse Vordenker auf der Suche nach tieferer Erkenntnis über die Welt und das Leben. Die Einen haben zu diesem Zweck hauptsächlich ihren Verstand und ihre intuitive Vorstellungskraft bemüht, die Anderen ihren Hang zur Gottgläubigkeit, indem sie fest behaupten, die Wahrheit und damit der tiefere Sinn menschlichen Seins sei in den Ihnen zuteil gewordenen göttlichen Offenbarungen zu finden.
Allen Denkern, die derartige Betrachtungen anstellen, ist die Überzeugung gemeinsam, es sei den Menschen möglich, die hinter den Erscheinungen in der Welt liegenden Rätsel auf spirituelle Weise zu lösenund intuitiv zu erkennen,„was die Welt im Innersten zusammenhält“.
Im Bereich der Metaphysik (der Lehre vom Ursprung und Sinn des Seins, damit gemeint ist die mentale Beschäftigung mit Fragen nach dem, was hinter der Wirklichkeit als wahrer Grund allen Seins verborgen ist) bieten sich Philosophen geistige ‚Spielwiesen‘, in denen sie ihrer Phantasie, ihrem inneren Gefühl, ihrem grenzenlosen Streben nach einer Wahrheit jenseits der erfahrbaren Welt freien Lauf lassen können, ohne an die strengen Regeln von Vernunft / Verstand, der Stringenz logischer Schlüsse, der Evidenz behaupteterFaktenund den Zwang zur Begründung für Behauptungen gebunden zu sein. Das Ergebnis sind hoch spekulative Abhandlungen zu Fragen, auf die es keine auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfbaren Antworten gibt, und die daher nur zu Verwirrung, Meinungsstreitigkeiten und Fehden unter den Menschen führen.
Ohne auf die vielen unterschiedlichen Denkrichtungen im einzelnen eingehen zu müssen, wird wohl niemand ernsthaft bezweifeln können, dass es zwar unzählige Versuche gibt, die Welt und die Bestimmung der Menschen in dieser Welt mit religiösen und philosophischen Betrachtungen zu erklären, alle aber unter demselben Mangel leiden, nämlich, nur für ihre Anhänger glaubwürdig zu sein, von allen anderen Konkurrenten im Wettbewerb der Meinungen aber abgelehnt zu werden. Das istauch nicht weiter verwunderlich, weil diesenLehren gemeinsam ist, dass Teile ihrer Grundaussagen nicht durch Fakten belegt sind und damit rein fiktivenCharakter tragen.
Demgegenüber ist folgendes festzustellen:
Die einzig sichere Methode, um zuverlässige Erkenntnisse über die Welt und das Dasein der Menschen in dieser Welt zu gewinnen, bieten die Naturwissenschaften. Zwar hat die Geschichte der Naturwissenschaften gezeigt, dass trotz der erzielten höchst beindruckenden Erfolge die dort gewonnenen Erkenntnisse nicht immer Bestand haben. Das hat zu der Einsicht geführt, dass empirisch gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse zwar häufig gut begründet,niemals aber als absolut gültige Aussagen bewiesen werden können und auf ewig Bestand haben (bekanntes Beispiel: die Ablösung des von Isaac Newton begründeten kosmologischen Weltbildes durch die Relativitätstheorie Albert Einsteins).
Dieser Einsicht trägt die von dem amerikanischen Philosophen Karl Popper in der Mitte des 20. Jahrhunderts begründete Lehre des Kritischen Rationalismus* Rechnung.
[Zur Bedeutung dieser Lehre im Bereich der Erkenntnistheorie gibt ChatGPT nähere Auskunft.]
Danach verdienen wissenschaftlich erhobene Befunde das Vertrauen in ihre allgemeine Gültigkeit, wennes sich einerseits um prinzipiell widerlegbare und andererseits um gut empirisch bzw. experimentell belegte verallgemeinernde Aussagen zu den Erscheinungen in der realen Welthandelt, solange diese nicht durch neuere wissenschaftliche Befunde widerlegt (falsifiziert) bzw. ernsthaft (rational nachvollziehbar) in Frage gestellt werden.
[Diese Formulierung hebt sich zwar von der üblichen Charakterisierung der Lehre vom Kritischen Rationalismus als einer Methode zur Falsifikation von – naturwissenschaftlich überprüfbaren – Theorien (zur Natur der Erscheinungen in der Welt und zu den kosmologischen Phänomenen) ab, gibt aber am besten die lebenspraktische Bedeutung dieser Lehre wieder.]
Verallgemeinernde Aussagen überErscheinungen in der Natur, die mit den Methoden der Naturwissenschaften gewonnen werden, sind– unter den vorgenannten Einschränkungen – allgemein gültige, von jedermann anzuerkennendeErkenntnisse (Wahrheiten), die für rational denkende Menschen das Fundament ihrer Orientierung in der Welt sind.
Die konsequente Anwendung der Lehre des Kritischen Rationalismus hat logisch zwingendzur Folge, dass zuverlässige Aussagen zu Dingen, die empirisch bzw. experimentell nicht mit Fakten abgesichert werden können (also Aussagen zu Dingen jenseits der Erscheinungsformen in dieser Welt, das betrifft vor allem viele zentrale Glaubensinhalte von Religionen), nicht möglich sind.
Folgt man dieser Lehre, dannhat das für religiöse Lehren und für metaphysische Abhandlungen äußerst folgenreiche Konsequenzen: Da ihre Narrativenicht auf überprüfbaren Fakten beruhen, haben diese weder das Vertrauen der Menschen in ihre Wahrhaftigkeit noch eine besondere Wertschätzung ihrer auf zweifelhaften Annahmen beruhenden Aussagen bzw. religiösen Lehrinhalte verdient.
Davon betroffen sind nicht nur religiöse, auf nicht glaubhaften Quellen beruhende Phantastereien, sondern auch philosophische Gedankenspiele hoch angesehener Denker, die sich bei ihren Betrachtungen zu metaphysischen Themen offenbar nicht bewusst waren, dass es sich bei ihren Abhandlungen teilweise weder um evidente noch hinreichend plausible Theorien, sondern um absolut beliebige (frei erfundene), außerhalb unserer Erfahrung liegende (also durch Nichts begründete bzw. glaubhaft gemachte) bloße Behauptungen bzw. Spekulationen handelt (mit gleichem ‚Recht‘ könnte man jeder beliebigen anderweitigen spinnerten Idee das Wort reden!).
Es gibt noch einen weiteren rationalen, logisch zwingenden Grund, warum von metaphysischen Lehren kein Erkenntnisgewinn zu erwarten ist:
Die in der Philosophie über mehr als zwei Jahrtausende währende Tradition, nach Wegen zu suchen, die Geheimnisse der Welt jenseits der uns experimentell zugänglichen vertiefenden Einsichten in die realen Gegebenheiten der Welt zu entschlüsseln und den wahren GrundallenSeinszu erkennen, kann nur als ein völlig aussichtsloses Unterfangen angesehen werden, da die Menschen erdgebundene, keine göttlichen Wesen sind und Ihnen nur der Blick auf die Natur als ein mit dieser Natur verhaftetes Wesen möglich ist.
Um letzte Erkenntnisse über den Ursprung der Welt und die Bestimmung der Menschen darin zu gewinnen, reicht dieser Blickwinkel definitiv nicht aus. Wir werden nie erfahren, was den ‚Urknall‘ ausgelöst hat und ob der Entstehung des Kosmos und dem Leben auf dem Planeten Erde irgendein Plan zugrunde liegt, der dem Ganzen einen Sinn verleiht! Ich halte es daher für einen groben Denkfehler, wenn Philosophen meinen, dass sie mit der Kraft ihres Verstandes über Dinge, die außerhalbunseres mit wissenschaftlichen Methoden erschließbaren ‚Gesichtsfeldes‘ liegen, allgemeingültige – wahre – Aussagen treffen könnten.
Im Streben nach Allwissenheit sind den Menschen unüberwindbare Grenzen gesetzt. Wir sind nicht das von einem numinosen (heiligen) Wesen erschaffene Geschöpf, das mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet ist, sondern ein aus einfachstenLebensformen hervorgegangenes, bestmöglich an die Umwelt angepasstes Lebewesen. Es besteht nach den Erkenntnissen, die wir der Evolutionstheorie verdanken, kein Grund anzunehmen, dass wir im Verlauf der Evolution die Fähigkeit erworben haben könnten, einen Blick über die erforschbare reale Welt hinaus tun zu können und zutreffende Aussagen über Dinge jenseits dieser Wirklichkeit machen zu können.
JeneLeute, die dieser Aussage nicht zustimmen können, sollten den Menschen erklären, woher Denker die Fähigkeit zu außergewöhnlichen metaphysischen Einsichten haben sollten, für die es keine faktischen Belege gibt.
Karl Popper, Philosoph, Begründer des Kritischen Rationalismus
Versuche, die christliche Lehre gegen rationale Einwände zu verteidigen
Theologen wenden vielfach gegenüber einer am Wortlaut der Bibel ansetzenden rationalen Kritik ein, die übermittelten, von Gott inspirierten Botschaften seien häufig nicht wörtlich gemeint, es handele sich vielmehr um Metaphern (Sinnbilder), deren versteckte Bedeutung durch Auslegung zu ergründen sei.
Auf diese Weise sind sie bemüht, die aufgezeigten Irrtümer, Widersprüchlichkeiten und Absurditäten zu entkräften, indem sie den biblischen Texten einen Sinn beilegen, der ihren Absichten dienlich ist. Vielfach entsteht beim Leser dieser Werke der Eindruck, dass der Auslegung keine Grenzen gesetzt sind und der wörtliche Sinngehalt von Bibelstellen in ihr genaues Gegenteil verkehrt wird.
Dazu ist im einzelnen folgendes zu bemerken:
Zunächst: Warum sollte Gott (auf der Grundlage christlicher Glaubenslehre) Botschaften an die Menschen senden, die anders gemeint sind als sie nach dem Wortlaut allgemein verstanden werden? Es dürfte auch kaum ernsthaft zu bestreiten sein, dass die Evangelisten die überlieferten Glaubensinhalte – zumindest in den Kernbotschaften – so weitergeben wollten, wie diese von den Gläubigen innerhalb der damaligen Glaubensgemeinden allgemein verstanden wurden.
Es ist daher wenig glaubhaft anzunehmen, es handele sich bei all‘ den wunderbaren Geschehnissen, über die sie berichten, um den Evangelisten selbst nicht bewusste (oder von ihnen absichtlich) verschlüsselte göttliche Botschaften. Wer wäre nach dieser Sichtweise denn überhaupt berufen, die hinter dem Wortlaut versteckte göttliche Wahrheit zu erkennen und zu verkünden?
Es hat zwar an Theologen, die sich zur Einfühlung in göttliches Wollen für befähigt gehalten haben, zu keinen Zeiten gefehlt, sie sind allerdings – das wird Niemanden verwundern – im Rahmen ihrer exegetischen (Exegese: Auslegung von Texten) Bemühungen zu höchst unterschiedlichen Interpretationen biblischer Texte gekommen. Man schafft auf diese Weise keine Klarheit über Glaubensinhalte, sondern nur zusätzliche Verwirrung. Die Frage, woran man eigentlich glauben soll, wird für die Gläubigen auf diese Weise nicht befriedigend beantwortet.
Fazit: Die Methode, sich einerseits mittels hermeneutischer (interpretativer) Kunstgriffe von problematischen Bibeltexten abzusetzen, um damit andererseits zentrale Glaubensinhalte nicht aufgeben zu müssen, löst nicht das Problem mit der rationalen Kritik an der Glaubenslehre, ohne neue Fragen an die Glaubwürdigkeit speziell dieser Lehrauffassungen aufzuwerfen.
Das Weltbild der Menschen im Wandel der Zeiten
1. Frühzeit
In der frühen Menschheitsgeschichte haben die Menschen intuitiv nach einer Erklärung für die Naturgewalten gesucht und in ihrer Einfalt vielfach an unsichtbare Geister, an Fabelwesen und an magische Kräfte geglaubt.Solche Vorstellungen werden heute nur noch von wenigen Menschen geteilt.
2. Antike – Die Entstehung des Glaubens an einen allmächtigen Gott
Im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelte sich in großenTeilen der „Alten Welt“ zunächst der naive Glaube an Götter, die das Naturgeschehen lenken. Es entstanden daraus zunehmend komplexere Formen von Kulten, die dann im Verlauf vieler Jahrhunderte in großen Teilen der Welt vom Judentum, Christentum und Islam verdrängt wurden.
Diese Religionen üben bis heute weltweit einen großen Einfluss auf das Denken der Menschen aus. Sie weisen trotz aller Unterschiede einige Gemeinsamkeiten auf: die Anhänger verehrenund beten einen allmächtigen Gott an, der die Welt erschaffen hat, und glauben fest daran, dass sich Gott den Menschen in ihren heiligen Büchern offenbart hat, er an ihrem Leben Anteil nimmt und sie im Glauben an seine Allmacht und Güte auf ein ewigesLeben hoffen dürfen.
3. Antike – Versuche, die Welt auf philosophische Weise zu ergründen
In der Antike traten in Griechenland und anderen Regionen der Welt Denker auf, die mit Hilfe von metaphysischen (transzendenten / über die Wirklichkeit hinausgehenden) BetrachtungendieWelt zu ergründen suchten. Es bildeten sich zahlreiche Denkschulen, die – wie bei den Religionen – nur eines gemeinsam haben, dass ihre Lehren von den Anhängern anderer Denkrichtungen strikt abgelehnt werden.
Die Tradition, metaphysische Betrachtungen in der Philosophie anzustellen, besteht in modifizierter Weise bis heute fort, ohne dass sich daraus ein für jedermann sichtbarer bzw. nachvollziehbarer Erkenntnisgewinn zudem, was sich hinter den Erscheinungen der Welt verbirgt und dem Leben Sinn verleiht, ergeben hat.
4. Neuzeit – Moderne
In weltoffenen Gesellschaften ist zu beobachten, dass sich in den letzten 200 Jahren zunehmendeine (kritisch-) rationale Sichtweise auf die Welt herausgebildet hat.Begünstigt wurde diese Entwicklung durch mehrere Faktoren :
– den tiefgreifenden Prozess der Säkularisierung(Verweltlichungund Befreiung von religiöserBevormundungin allen Lebensbereichen),
– die Verbreitung der Ideen der Aufklärung (18. Jahrhundert, Leitspruch frei nach Immanuel Kant: BefreieDichvon deiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, indem du deinen eigenenVerstand gebrauchst!),und nicht zuletzt
– die außerordentlichen Fortschritte in Wissenschaft und Technik.
Die Menschen erkennen nunmehr überwiegend an, dass es in der Natur Gesetzmäßigkeiten gibt, die das Naturgeschehen als natürliche Abfolge von Ereignissen erscheinen lassen und sich, wenn man über alle dafür notwendigen Informationen verfügt, sämtliche Erscheinungen und Vorgänge in der Natur aus den in ihr selbst angelegten Strukturen und Gesetzmäßigkeiten erklären lassen. Der Glaube an übernatürliche Phänomene (Gott greift in wundersamer Weise in das weltliche Geschehen ein) wird damit als naiv und haltlos zurückgewiesen.
Folgt man dieser Ansicht, dann ist das mit denMethoden der Naturwissenschaften erlangte (und in Zukunft durch Forschung noch erweiterbare) vertiefteWissen über die Erscheinungsformen und Ursache-Wirkung-Zusammenhänge in dieserWelt (unter bestimmten Voraussetzungen) alszuverlässige Grundlage aller Erkenntnis anzuerkennen und allen davon abweichenden religiösen odermetaphysischenAussagen vorzuziehen.
Mit dieser Denkweise eng verbunden ist die Überzeugung, dass den Menschen in ihrem Strebennach Allwissenheit Grenzen gesetzt sind, weil ein Blick hinter die Welt der Erscheinungen definitiv nicht möglich ist: wir werden niemals ergründen können, was vor der Entstehung des Weltalls war, was dieses Ereignis ausgelöst hat und ob dieses Geschehen einem „höheren“ Zweck dient.
Anhänger dieser Denkrichtung lehnen daher alle religiösen und metaphysischen (transzendenten) Lehren bzw. Theorien, die vorgeben, tiefere Einsichten über Dinge jenseits der Welt der Erscheinungen zu haben, als beliebige (spekulative) Gedankenspielerei (als mentalen Hokuspokus) strikt ab.
5. Was folgt letztendlich aus alledem?
Wenn es im Leben darum geht, nach welchen Leitvorstellungen die Menschen ihr Leben gestalten wollen und unter welchen Voraussetzungen sie bereit sind, überkommende Weltanschauungen (wissenschaftliche Theorien, philosophische Lehren, politische Ideologien) zu übernehmen, stellen sich neben ethisch – moralischen Fragen an die Theorie auch solche, die von der Vernunft her zu beantworten sind. Folgt man der hier vertretenen kritisch-rationalen Sicht lassen sich diese Fragen wie folgt formulieren:
– Ist die Theorie so gefasst, dass sie zwecks Sicherung einer möglichst universalen Anerkennung Erkenntnisse über Erscheinungen in der Welt vermittelt, die auf überprüfbaren Fakten beruhen?
– Hält die Theorie einer kritischen Prüfung im Hinblick darauf stand, dass die von ihr behaupteten vertieften Erkenntnisse über Erscheinungen in dieser Welt mit den Realitätenübereinstimmen?
– Wenn noch keine zuverlässigen Fakten vorliegenbzw. noch kein geignetes Prüfverfahren verfügbar ist, können für die Akzeptanz einer Theoriefolg. Faktorenrelevant sein:
– die Evidenz ihrer Übereinstimmung mit den bisherigen(vorläufigen) Erkenntnissen oder
– eine nach strenger Prüfung nicht widerlegte Plausibilität der Theorie
oder
– das Maß der Wahrscheinlichkeit, dass die von der Theorie behaupteten Fakten zutreffen. Diese Methode setzt voraus, dass sich die Wahrscheinlichkeitenin zuverlässiger Weise abschätzenlassen.
In Zweifelsfällen gilt der allgemeine Grundsatz, dass von mehreren zur Wahl stehenden Theorien zur Erklärung einer bestimmten Erscheinung in der Welt (das können auch Naturkräfte oder Ursache-Wirkung-Zusammenhänge in der Natur sein) vermutlich diejenige wahr ist, dieohne zusätzliche Annahmen auskommt (in der Philosophie bekannt als „Ockhams Rasiermesser“).
Gebete sind keine Zwiegespräche mit Gott
Die KK lehrt, der christliche Glaube könne den Menschen, wenn sie sich in Gebeten an Gott wenden, Trost spenden und ihnen Hoffnung geben, z.B., um mit persönlichem Leid, Trauer, Schicksalsschlägen und der Angst vor dem Tod umgehen zu können. Den Gläubigen wird suggeriert, dass in Gebeten eine persönliche Kommunikation mit Gott stattfindet und dieser am Schicksal der Menschen Anteil nimmt. Wahre Gläubige glauben fest daran, dass Gott sich im Gebet ihrer Not annimmt und sie in ihrem Leid nicht im Stich lässt. Sie fühlen sich Gott nahe und meinen, seine Gegenwart zu spüren wie in einem real stattfindenden Zwiegespräch.
Solche Vorstellungen sind aus rationaler Sicht völlig abgehoben und mit dem, was im Gehirn beim GEBET tatsächlich abläuft, nicht vereinbar. Es gibt dafür eine schlichte natürliche Erklärung: Die Stimme Gottes, die Gläubige im Innern zu hören meinen, ist nichts weiter als die eigene innere Stimme, eine in der Vorstellung vorhandenen innere Instanz, die in der Not angerufen werden kann und den Menschen mal als „Kummerkasten“, mal als Tröster in Not, mal als „Muntermacher“, nicht zuletzt auch als Mutmacher dient, den Kampf gegen Not und Leid aufzunehmen.
Es handelt sich dabei um eine in allen Menschen angelegte, in der Medizin und in der Psychotherapieallgemein anerkannte Fähigkeit zur positiven Selbststimulierung, die Menschen in vielen Lebenslagen hilft, Hoffnung zu schöpfen, neuen Lebensmut zu fassen, neue Kräfte zu mobilisieren, Krisen zu überwinden und positiv in die Zukunft zu schauen.
Diese Kraft vermag nicht selten Erstaunliches zu bewirken. Dazu bedarf es keines Glaubens an ein imaginäres Wesen, von dem behauptet wird, dass es Menschen in Not beisteht. Wunder sind allerdings von dieser inneren Kraft genau so wenig zu erwarten wie von Gebeten. Auf göttlichen Beistand und damit auf ein Wunder zu hoffen, ist naiver Selbstbetrug.
Die KK kann sich trotz der heute wissenschaftlich unbestritten existierenden Selbstheilungskräfte, über die jeder Mensch verfügt, nicht von ihren antiken Vorstellungen freimachen, und hält die Mär aufrecht, Gott werde sie in seiner „unermeßlichen Güte“ in Gebeten erhören und werde ihnen in ihrer Not beistehen. Wie naiv muss man eigentlich sein, um das zu glauben? Das Leben behandelt alle Menschen in Leid und Not gleich.
Folgt man der hier vertretenen Ansicht, dann hängt es maßgeblich von der Grundeinstellung jedes Menschen ab, wie er mit Kummer und Leid im Leben und dem Wissen um den Tod umzugehen weiß. Wer danach nicht oder nur unzureichend über die Fähigkeit verfügt, Missgeschicke und die Vorstellung von der Endlichkeit allen Lebens zu ertragen, der kann zwar bei starkem Glauben im Gebet Trost finden, allerdings nur, indem er die Augen vor den Realitäten des Lebens verschließt und sich in ein irrationales Wunschdenken flüchtet. Das ist nicht ungefährlich, da Gläubige sich damit der Gefahr aussetzen, auf grossmäulige selbsternannte Heilsverkünder aller Art hereinzufallen, deren Geschäft es ist, die Naivität und grenzenlose Leichtgläubigkeit ihrer Mitmenschen zu ihrem Vorteil zu nutzen.
Fazit: Menschen müssen frühzeitig lernen, das Leben so zu nehmen wie es ist. Der Glaube an ein höheres Wesen, an Wunder, an die heilsame Wirkung von Gebeten und auf ein ewiges Leben vermag an den Realitäten des Lebens nichts zu ändern.
[Wer im Leid Hilfe sucht, der ist sicher gut beraten, sich so zu verhalten, wie das wohl jeder vernünftige Mensch in dieser Situation tut: zunächst – soweit immer möglich – sich selbst Mut machen und nicht die Hoffnung verlieren, ferner sich denjenigen anvertrauen, die ihnen nahe stehen, mit ihnen mitfühlen und Ihnen beistehen, und nicht zuletzt – soweit angezeigt – die Hilfe professioneller Dienste, denen man uneingeschränkt vertrauen kann, in Anspruch nehmen.]
Die psychische Prägung* durch religiöse Indoktrination** im Kindesalter
* „Unter Prägung versteht man in der Verhaltensbiologie – im Tierreich – einen prägenden Lernprozess in einer frühen, sensiblen Phase des Lebens… Auch beim Menschen gibt es Prägung, allerdings ist sie weniger starr als bei Tieren…Der entscheidende Unterschied zum Tier: Beim Menschen ist Prägung weniger irreversibel und es gibt mehr Spielraum für spätere Veränderungen (z.B. durch Therapie, neue Erfahrungen). Dennoch zeigt die Forschung, dass frühe Prägungen tiefe, lange nachwirkende Spuren hinterlassen.“ Zitat zum Suchbegriff „Prägung“, DeepSeek
** „Indoktrination bedeutet, jemandem systematisch und oft zwanghaft eine bestimmte Ideologie, Weltanschauung oder Meinung aufzuzwingen. Ziel ist es, kritisches Denken zu unterdrücken und die Person zu überzeugen, ohne dass sie alternative Sichtweisen prüfen kann.“ Zitat zum Suchbegriff“Indoktrination“, DeepSeek
Die kirchliche Tradition, Kinder bereits mit der Taufe in die Kirche aufzunehmen, sie früh an die Katholische Kirche zu binden, indem ihre Geistlichen im Rahmen kirchlicher Veranstaltungen zur Unterweisung in den christlichen Glauben auf die religiöse Erziehung der noch lebensunerfahrenen Kinder in suggestiver Weise – mittels Indoktrination – massiv Einfluß nehmen, ist hoch bedenklich.
Geistliche propagieren reine Phantasieprodukte als reale Dinge des Lebens wie zum Beispiel ‚ewiges Heil‘, Gnade Gottes, Auferstehung, Himmelfahrt, die Vergebung von Sünden etc. als Teil göttlicher Offenbarungen, alles Dinge, die nur in der Vorstellung von Gläubigen existieren. Sie fühlen sich berufen, diese religiösen Phantasiegebilde für heilig – unantastbar – zu erklären und Menschen, vor allem auch ahnungslose Kinder, zu diesen Glauben zu bekehren. Sie tun das mit einer nach außen getragenen Selbstüberzeugung, die keine Zweifel und schon gar keinen Widerspruch zulässt. Es handelt sich dabei um eine zwar sehr raffinierte und wirksame, aber vor allem manipulative Methode, nämlich der frühkindlichen >Indoktrination<.
Die Indoktrination von Kindern (die noch nicht über die erforderliche geistige Reife verfügen) dient der KK dazu, um ihre Lehre von Generation zu Generation weiterzugeben. Diese Methode ist, wenn sie mit einer christlichen Erziehung durch die Eltern einhergeht, hoch wirksam. Für Kinder sind auch Geistliche Autoritäten, denen sie uneingeschränkt vertrauen.
Die religiöse Unterweisung in den christlichen Glauben, die keine Zweifel an den Glaubensinhalten zulässt, bewirkt, dass sich das Bekenntnis zum christlichen Glauben tief in das Bewusstsein einprägt und im noch in der Entwickung befindlichen Gehirn von Kindern Mechanismen auslöst, die dazu führen, dass später aufkommende Zweifel an Glaubensaussagen quasi reflexartig (entsprechend einem im Gehirn vorprogrammierten Handlungsmuster) abgeblockt werden.
Auf diese Weise gelingt es Glaubensgemeinschaften, Kinder in ihren Bann zu ziehen, aus dem diese sich häufig – je nach Dauer und Intensität der religiösen Unterweisung – ihr Leben lang nicht befreien können. Das Bedenkliche daran ist, dass Kinder, die noch am Anfang eines Reifeprozesses stehen, mit Zustimmung ihrer Eltern einer Manipulation ihrer Kinderseelen ausgesetzt sind, die es ihnen erschwert oder sogar verwehrt, sich zunächst vorurteilsfrei ein Bild von der Welt zu machen und erst dann – mit Erreichen der Religionsmündigkeit – darüber zu entscheiden, welchen Weg sie im Leben gehen wollen.
Besonders unheilvoll ist in diesem Zusammenhang auch die Lehre von der ‚Erbsünde‘, der zufolge jeder Mensch mit einer Erbsünde belastet auf die Welt kommt (die sich aus dem ‚Sündenfall‘ von Adam und Eva herleitet) und zu seinem „Heil“ auf die Gnade Gottes angewiesen ist.
Ich erspare es mir, diese zum Glaubensdogma erhobene Lehre hier näher darzustellen, da die Erzählung vom Sündenfall im Paradies antikem Gedankengut entspricht und von vielen Menschen heute (im Licht der Evolutionstheorie) als höchst obskur angesehen wird. Für sie ist die Vorstellung, dass Gott Adam und Eva als erste Menschen erschaffen hat und diese in einem ‚Paradies“ gelebt haben, aus dem sie von Gott vertrieben worden sind, weil sie gesündigt haben, und diese Schuld sich auf alle nachfolgenden Generationen vererbt, völlig absurd.
Für naiv Gläubige hingegen sind das keine Hirngespinste. Sie mögen als Erwachsene glauben, was sie wollen. Allerdings dürfen Kinder, die in Glaubensangelegenheiten noch nicht die Reife haben, sich über – fragwürdige bzw. abwegige – Glaubensinhalte von Religionen eine abgewogene Meinung zu bilden, nicht einer kirchlichen Indoktrination ausgesetzt werden, die in ihrem Seelenleben schweren Schaden anrichten kann.
Der Psychologe Franz Buggle berichtet in seinem Buch ‚Denn sie wissen nicht, was sie glauben oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann‘ über wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen die Lehre von der Erbsünde bei Kindern tiefe Ängste und Schuldgefühle hervorrufen kann, wenn ihnen im Rahmen der Beichte ihre Sünden von Geistlichen vorgehalten werden (dazu gehören z.B. alle Verstöße gegen die katholische Sexualmoral, auch das Verschweigen von sündhaftem Verhalten etc.) und ihnen gesagt wird, dass ein sündiges Leben ewige Höllenqualen zur Folge haben kann.
Fazit: Junge Menschen können nicht nur als Folge religiöser Indoktrination in ihrer geistigen Entwicklung Schaden nehmen, sie werden auf die beschriebene hoch bedenkliche Weise (durch eine sowohl manipulative als auch weitgehend unwiderrufliche Einflußnahne auf ihre geistige Entwicklung) auch um das ihnen nach unserer Verfassung nach Artikel 1 GG (Wahrung der Menschenwürde) i.V.m. Art.4 Abs.1 GG (Freiheit des Glaubens) zustehende Recht gebracht, über eine höchst persönliche Entscheidung in ihrem Leben nach Erreichen der Religionsmündigkeit (mit 16 Jahren) unvorbelastet selbst entscheiden zu können. Das sollte von verantwortungsbewussten Eltern bedacht werden!
Die Kriminalitätsgeschichte der Katholischen Kirche
Die Katholische Kirche hat in ihrer langen Geschichte viel Unheil über die Welt gebracht. Sie war ständig bestrebt, ihre Macht – wenn nötig unter Anwendung von brutaler Gewalt – zu festigen und auszuweiten und sie ist dabei weder vor der Unterdrückung und Vernichtung ganzer Volksgruppen noch vor Mord an völlig unschuldigen Menschen zurückgeschreckt.
Im Namen der Kirche und ihr direkt zurechenbar sind viele grauenhafte Dinge passiert, insbesondere:
– durch blindwütigen Hass auf Juden ausgelöste Pogrome, – die mörderische Verfolgung von Ketzern, Hexen, Ungläubigen (Inquisition), – die extrem grausame Durchführung von Kreuzzügen, – die zwangsweise Missionierung und grausame Unterdrückung ganzer Völker.
An etlichen dieser Gräueltaten maßgeblich beteiligt waren ‚Brüder‘ christlicher Ordensgemeinschaften, die – in ihrem exzessiven Wahn – glaubten, damit einem gottgefälligen Zweck zu dienen.
Einen an Unmenschlichkeit wohl nicht zu überbietenden Höhepunkt religiösen Irrsinns stellt die Rechtfertigung der Hexenverfolgung unter Anwendung von grausamen Folter- undHinrichtungsmethoden im sog. Hexenhammer dar (Erstveröffentlichung 1486 durch den Dominikaner Heinrich Kramer).
Die darin enthaltenen Verfahrensregeln sind im Mittelalter über mehr als 150 Jahre im Rahmen von Hexenprozessen zigtausendfach angewandt worden und haben in den meisten Fällen zur Verurteilung und zum qualvollen Tod unschuldiger Opfer geführt (Nachweise bei Karlheinz Deschner).
Zu erwarten wäre, dass sich die KK in tiefer Scham und Demut rückhaltlos zu dem begangenen Unrecht bekennt und alles dafür tut, um diesen Teil ihrer Vergangenheit aufzuklären, dafür die Verantwortung zu übernehmen und den Opfern ein bleibendes Gedenken zu widmen.
Was aber macht die KK? Statt sich zu ihrer Verantwortung offen zu bekennen, unternimmt sie alles, um das von ihr zugefügte Unrecht zu verharmlosen und möglichst durch ‚Totschweigen‘ in Vergessenheit geraten zu lassen
Nachweise bei Karlheinz Deschner in ‚Abermals krähte derHahn‘).
„Heilige“ Bücher enthalten Botschaften, die in heutiger Zeit rational nicht mehr vermittelbar sind. Sie sollten nicht unkritisch gelesen werden.
„Sie können einige Leute die ganze Zeit täuschen und alle Leute manchmal, aber Sie können nicht alle Leute die ganze Zeit täuschen.“
Abraham Lincoln, ehem. amerik. Präsident
„Gerade die paradoxesten Glaubenssätze, welche jeder Erfahrung und vernünftiger Überlegung spotten, sind die willkommensten; denn sie scheinen die Gewähr zu bieten, daß hier nicht nur Menschliches und daher Unzuverlässiges dargereicht wird, sondern göttliche Weisheit.“
Adolf v. Harnack, dt. Theologe
„Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden. Auch ein Individuum, das seinen körperlichen Tod überdauert, mag und kann ich mir nicht denken; mögen schwache Seelen aus Angst oder lächerlichem Egoismus solche Gedanken nähren.“
„Das Wort Gott ist für mich nichts anderes als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrenwerter, aber immer noch primitiver Legenden … Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Inkarnation des primitiven Aberglauben.“
„Das ethische Verhalten eines Menschen sollte sich auf Sympathie, Bildung und soziale Bindungen stützen; eine religiöse Grundlage ist nicht erforderlich.“
Albert Einstein, deutsch-amerik. Physiker
„Die Sklaverei ist ein Gottesgeschenk.“ (wie bitte?)
Ambrosius, Kirchenvater und kath. „Heiliger“
„Unsere abendländische Kultur, auf Altertum und Renaissance beruhend, ist im härtesten Kampf gegen die ausgesprochen kulturhemmenden Kräfte des Christentums entstanden.“
Arno Schmidt, dt. Schriftsteller
„Es gibt keine Absurdität, die so handgreiflich wäre, dass man sie nicht allen Menschen in den Kopf setzen könnte, wenn man nur schon vor ihrem sechsten Jahr anfinge, sie ihnen einzuprägen, indem man unablässig und mit feierlichem Ernst sie ihnen vorsagte.“
„Wenn die Welt erst ehrlich genug sein wird, um Kindern vor dem 15. Jahre keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird etwas von ihr zu hoffen sein.“
Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph
„Das Ziel der Philosophie ist einzig und allein die Wahrheit, das Ziel des Glaubens einzig und allein Gehorsam und Frömmigkeit.“
Baruch Spinoza, niederländischer Philosoph
„Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbild geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnunng, dass die Frauen den Männern dienen.“ (wie bitte?)
Augustinus, Kirchenlehrer und kath. Heiliger
„Der Weg, mit dem Glauben zu sehen, besteht darin, das Auge des Verstandes zu schließen.“
Benjamin Franklin, ehem. amerik. Präsident
„Religion ist etwas, das aus den Kinderschuhen unserer Intelligenz übrig geblieben ist. Es wird verblassen, wenn wir Vernunft und Wissenschaft als unsere Richtlinien annehmen.“
„Die Behauptung, das Christentum habe einen erhebenden Einfluss auf die Moral, kann nur aufrechterhalten werden, wenn man sämtliche historischen Beweise ignoriert oder fälscht.“
„Je intensiver die Religion einer Epoche und je tiefer der dogmatische Glaube war, desto größer war die Grausamkeit und desto schlimmer war der Zustand.“
„Soweit ich mich erinnern kann, gibt es in den Evangelien kein einziges Wort zum Lob der Intelligenz.“
„Die Wissenschaft zielt nicht darauf ab, unumstößliche Wahrheiten und ewige Dogmen aufzustellen; ihr Ziel ist es, sich der Wahrheit durch sukzessive Annäherung zu nähern, ohne den Anspruch zu erheben, dass auf irgendeiner Stufe endgültige und vollständige Genauigkeit erreicht wurde.“
Bertrand Russell, franz. Philosoph
„Die Menschen kommen fast immer zu ihren Überzeugungen, nicht auf der Grundlage von Beweisen, sondern auf der Grundlage dessen, was sie attraktiv finden.“
Blaise Pascal, franz. Philosoph
„Glaube nichts, egal wo du es gelesen hast oder wer es gesagt hat, nicht einmal, wenn ich es gesagt habe, es sei denn, es stimmt mit deiner eigenen Vernunft überein und deinem eigenen gesunden Menschenverstand!“
Buddha, indischer Religionsstifter
„Was ohne Beweise behauptet werden kann, kann auch ohne Beweise verworfen werden.“
„Das Mysterium des Anfangs aller Dinge ist für uns unlösbar, und ich für meinen Teil muss mich damit begnügen, ein Agnostiker zu bleiben.“
„Es ist bemerkenswert, dass eine Überzeugung, die in den ersten Lebensjahren ständig eingeimpft wird, während das Gehirn noch beeinflussbar ist, fast den Charakter eines Instinkts zu erlangen scheint; und das Wesen eines Instinkts besteht darin, dass man ihm unabhängig von der Vernunft folgt.“
„Heutzutage wird als häufigstes Argument für die Existenz eines intelligenten Gottes die tiefe innere Überzeugung und das innere Erlebnis der meisten Menschen angeführt. Aber es kann nicht bezweifelt werden, daß Hindus, Mohammedaner und andere in derselben Weise und mit der gleichen Hartnäckigkeit für die Existenz eines Gottes oder von vielen Göttern oder, wie bei den Buddhisten, für gar keinen Gott eintreten können.“
Charles Darwin, engl. Naturforscher
„Gott hat den Menschen nicht nach seinem Vorbild geschaffen. Ganz offensichtlich war es genau umgekehrt.“
„Wenn die religiöse Unterweisung erst in einem Alter zugelassen wäre, in dem Kinder selbstständig denken können, lebten wir in einer völlig anderen Welt.“
„Alle Versuche, den Glauben mit Wissenschaft und Vernunft zu versöhnen, sind […] der Lächerlichkeit preisgegeben und zum Scheitern verurteilt.“
Christopher Hitchens, amerik. Autor
„Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotential in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen. In den Schulen ist EthikUnterricht wichtiger als Religionsunterricht. Warum? Weil zum Überleben der Menschheit das Bewusstsein des Gemeinsamen wichtiger ist als das ständige Hervorheben des Trennenden.“
Dalai-Lama, buddhistischer Mönch
„Wenn Religion nicht die größte Bedrohung für Rationalität und wissenschaftlichen Fortschritt ist, was ist es dann?“
„Man kann nicht mit all dem Guten werben, das die eigene Religion bewirkt, ohne vorher gewissenhaft all den Schaden abzuziehen, den sie anrichtet, und ernsthaft die Frage zu prüfen, ob eine andere Religion oder gar keine Religion besser ist.“
„Es gibt keine höfliche Art, jemandem zu sagen, dass er sein Leben einer Torheit gewidmet hat.“
Daniel Dennett, amerik. Philosoph
„Keine theologische Ungereimtheit ist so auffallend, dass sie nicht zuzeiten von den verständigsten und gebildetsten Menschen angenommen worden wäre.“
„Ein kluger Mensch passt seinen Glauben an die Beweise an.“
David Hume, engl. Philosoph
„Auf der Erde gibt es ebenso viele Offenbarungen wie Religionen. Überall haben die Menschen versucht, ihre Einbildungen durch die Autorität des Himmels zu stützen. Jede Offenbarung behauptet, sie beruhe auf unwiderlegbaren Beweisen. Jede erklärt, sie habe die höchste Gewissheit für sich. Ich prüfe sie und sehe, wie eine der anderen widerspricht und wie alle der Vernunft widersprechen.“
Denis Diderot, franz. Philosoph u. Aufklärer
„Echte, wahre Dummheit besteht in der erschreckenden Selbstgefälligkeit, die dem Zweifel keinen Raum lässt.“
Prof. Drozda-Senkowska, Soz.-Psych., in „Die Psychologie der Dummheit“, Riva-Verlag, 2. Aufl. 2020
„Wenn die Götter die Gebete der Menschen erhören würden, würde die ganze Menschheit schnell untergehen, da sie ständig dafür beten, dass den anderen viel Übel widerfährt.“
Epikur, griech. Philosoph
„Der Glaube an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele ist ein Dogma, welches mit den sichersten Erfahrungssätzen der modernen Naturwissenschaft in unlösbarem Widerspruch steht.“
Ernst Haeckel, dt. Naturforscher u. Philosoph
„Geht man allen Religionen auf den Grund, so beruhen sie auf einem mehr oder minder widersinnigen System von Fabeln. Es ist unmöglich, dass ein Mensch von gesundem Verstand, der diese Dinge kritisch untersucht, nicht ihre Verkehrtheit erkennt.“
„Die Macht der Geistlichkeit gründet sich auf die Meinung und Leichtgläubigkeit der Völker. Man kläre die letzteren auf, und der Zauber hat ein Ende.“
Friedrich II., preußischer König
„Man muss seinem Dasein einen Wert geben, indem man sich so verhält, als wäre das eigene Dasein ein Kunstwerk.“
„Ein gewiss sehr hoher Kulturgrad ist erreicht, wenn der Mensch sich über Aberglauben und religiöse Vorstellungen und Ängste erhebt und zum Beispiel nicht mehr an Schutzengel oder an die Erbsünde glaubt und auch aufgehört hat, von seinem Seelenheil zu reden.“
Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph
„Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen.“
Galileo Galilei, ital. Naturwissenschaftler
„Lüge bleibt Lüge, auch wenn sie in der Bibel steht.“
Gerd Lüdemann, dt. ev. Theologe
„Dass sich bestimmte… Personengruppen durch das Aufstellen „heiliger“ (d.h. unantastbarer) Spielregeln jeglichem kritischen Zugriff entziehen und dadurch eigene Denkfehler als verbindlich in die Zukunft fortschreiben, kann und darf in einer modernen Gesellschaft keine akzeptable Praxis mehr sein.“
„Der rationalen Argumenten unzugängliche unerschütterliche Glaube, den manche Religionen prämieren, ist keine Tugend, sondern ein Laster.
„Theologie ist der professionalisierte und institualisierte Mißbrauch der Vernunft im Dienste des Glaubens.“
Hans Albert, dt. Philosoph
„Die Kirche lebt davon, daß die Ergebnisse der wissenschaftlichen Leben-Jesu-Forschung in ihr nicht publik sind.“
Hans Conzelmann, dt. ev. Theologe
„In dunklen Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist; er kennt dann die Wege und Stege besser als ein Sehender. Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.“
Heinrich Heine, dt. Dichter
„Wir müssen die Religion des anderen respektieren, aber nur in dem Sinne und in dem Maße, in dem wir seine Theorie respektieren, dass seine Frau schön und seine Kinder klug sind.“
„Die Kirche ist ein Ort, wo Menschen vom Himmel Wunderdinge erzählen, die niemals dort waren, und dies Menschen gegenüber, die nie dort eintreffen werden.“
Henry Mencken, amerik. Schriftsteller
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muts liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“
„All unser Wissen beginnt mit den Sinnen, geht dann weiter zum Verstand und endet mit der Vernunft. Es gibt nichts Höheres als die Vernunft.“
„Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – das ist das Motto der Aufklärung.“
„Vom Übersinnlichen ist, was das spekulative Vermögen der Vernunft betrifft, keine Erkenntnis möglich.“
„Es ist eine bekannte Regel der Weltweisen oder vielmehr der gesunden Vernunft überhaupt, daß man ohne die erheblichste Ursache nichts für ein Wunder oder eine übernatürliche Begebenheit halten sollte.“
Immanuel Kant, dt. Philosoph
„Was waren die Früchte des Christentums? Aberglaube, Bigotterie und Verfolgung.“
James Madison, ehem. amerik. Präsident
„In einem Weltall ohne Ziel und Sinn ist es unsere ureigene Aufgabe, unserem flüchtigen Dasein selbst Ziel und Sinn zu verleihen. Das ist durchaus möglich, wenn wir keine übersteigerten spirituellen Erwartungen hegen, wie sie jahrtausendelang von den Religionen genährt worden sind.“
Joachim Kahl, dt. Philosoph und Soziologe
„Es ist erbärmlich anzusehen, wie die Menschen nach Wundern schnappen, um nur in ihrem Unsinn und Albernheiten beharren zu dürfen und sich gegen die Obermacht des Menschenverstandes und der Vernunft wehren zu können.“
Johann Wolfgang v. Goethe, dt. Dichter
„Dies könnte die beste aller möglichen Welten sein, wenn es nur keine Religion in ihr gäbe.“
John Adams, ehem. Präsident der USA
„Menschliches Wissen kann nicht über das hinausreichen, was uns durch Erfahrung zugänglich ist.“
John Locke, engl. Philosoph und Aufklärer
„Der Reichskanzler lebt ohne Zweifel im Glauben an Gott. Er anerkennt das Christentum als den Baumeister der abendländischen Kultur.“ (wie bitte?)
Kardinal Faulhaber, früh. Erzbischof von München und Freising (über Adolf Hitler)
„Kein rationales Argument wird eine rationale Wirkung auf einen Menschen haben, der nicht bereit ist, eine rationale Haltung einzunehmen.“
Karl Popper, österreichisch-englischer Philosoph
„Niemand vor Stalin und Hitler hat in Europa das menschliche Leben so unentwegt aufs äußerste verachtet und in den Staub getreten, ja, dies noch – Gipfel zynischer Perversion – als „gottgewollt“ verkündet, wie die christliche Kirche.“
„Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.“
Karlheinz Deschner, dt. Schriftsteller
„Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ (wie wahr!)
1 Korinther 25:14
„Was überhaupt gesagt werden kann, kann klar gesagt werden und worüber wir nicht reden können, müssen wir schweigen.“
Ludwig Wittgenstein, österreichischer Philosoph
„Alle Religionen sind gleichermaßen erhaben für die Unwissenden, nützlich für den Politiker und lächerlich für den Philosophen.“
Lukrez, Philosoph der Antike
„Wer nichts weiß, muss alles glauben.“
Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin
„Die Bibel enthält edle Poesie … und einige gute Moralvorstellungen. Und eine Fülle von Obszönitäten und mehr als tausend Lügen“
„Es ist einfacher, Menschen zu täuschen, als sie davon zu überzeugen, dass sie getäuscht wurden.“
Mark Twain, amerik. Schriftsteller
„Unter den vielen Lügenmächten, die in der Welt wirksam sind, ist die Theologie eine der ersten.“
Mahatma Gandhi, indischer Freiheitskämpfer
„Wenn es Götter gibt und sie gerecht sind, dann wird es ihnen egal sein, wie fromm du gewesen bist, sondern sie werden dich aufgrund der Tugenden, die du gelebt hast, willkommen heißen.“
Marcus Aurelius, röm. Kaiser und stoischer Philosoph
„Daß man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien.“ (wie bitte? – Hass- bzw. Hetzrede gegen die Juden)
Martin Luther, dt. Reformator
„Glaubst du noch oder denkst du schon?“
„Durch die Unbedingtheit des Glaubens werden historisch bedingte Irrtümer sowie unzulängliche Moralvorstellungen für die Zukunft festgeschrieben, also künftige Erkenntnis- und Humanitätsfortschritte zugunsten dogmatischer Borniertheit verhindert.“
„Wenn Klein-Erna mit Segen des Staates von Vertretern der katholischen Kirche, Klein-Mehmet von Muslimen, Klein-Philipp von Zeugen Jehovas etc. fürs Leben geschult werden, so entsteht darüber keine weltanschauliche Vielfalt, sondern bloß potenzierte Einfalt. Mit der bisher gewählten Strategie, die schulische Vermittlung und Diskussion von Werten und Weltanschauungen ausgerechnet den religiösen Gemeinschaften zu überlassen, hat der Staat den Bock zum Gärtner gemacht.“
Michael Schmidt-Salomon, dt. Philosoph
„Die Ablehnung wissenschaftlicher Aufklärung ist ein Wesensmerkmal der monotheistischen Religionen. Sie tendieren eindeutig zu geistiger Finsternis, um so ihre Märchen aufrechtzuerhalten.“
„Die Menschen erschaffen Gott nach ihrem eigenen umgekehrten Bild. Sterblich, endlich, begrenzt, unter all diesen Zwängen leidend, vom Wunsch nach Vollständigkeit heimgesucht, erfinden die Menschen eine Macht, die mit genau den gegenteiligen Eigenschaften ausgestattet ist … Religion wird so zur Ausbeutung der Täuschungsanfälligkeit des Menschen schlechthin.“
Michel Onfray, franz. Philosoph
„Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten.“
Baron de Montesquieu, franz. Philosoph
„Ich wünsche dem Führer nichts sehnlicher als einen Sieg.“ (wie bitte?)
Papst Pius XII (über Adolf Hitler)
„Wie ernst darf man es eigentlich heute noch nehmen, wenn der Originalton eines Dialogs zwischen Gott und Moses wiedergegeben und dem Leser suggeriert wird, die Verfasser all dieser in Wahrheit höchst umstrittenen Texte hätten als Protokollanten daneben gestanden.“
Peter Henkel, dt. Philosoph u. Journalist
„Man sollte sich nur den Gegenständen zuwenden, zu deren klarer und unzweifelhafter Erkenntnis unser Geist zuzureichen scheint.“
René Descartes, französischer Philosoph
„Entweder kann Gott nichts tun, um die Katastrophen aufzuhalten oder er kümmert sich nicht darum oder er existiert nicht. Gott ist entweder unfähig, böse oder nur Fiktion. Sie können es sich aussuchen.“
„Wir müssen den Weg freilegen in eine Zeit, in der ein Glaube ohne Beweise jedem Schande bereitet.“
Sam Harris, amerik. Autor und Neurowissenschaftler
„Auf Dauer kann nichts der Vernunft und Erfahrung standhalten, und der Widerspruch, den die Religion beiden bietet, ist nur allzu greifbar.“
„Je mehr die Menschen Zugang zu den Früchten des Wissens haben, desto mehr nimmt der religiöse Glaube ab.“
Sigmund Freud, österr. Arzt u. Psychologe
„Was ich nicht weiß, das glaube ich auch nicht zu wissen.“
Sokrates, antiker griech. Philosoph
„Wir sind alle frei zu glauben, was wir wollen, und es ist meine Ansicht, dass die einfachste Erklärung ist: Es gibt keinen Gott. Niemand hat unser Universum erschaffen, und niemand lenkt unser Schicksal. Dies führt mich zu einer tiefen Erkenntnis: Es gibt wahrscheinlich keinen Himmel und auch kein Leben nach dem Tod.“
„Ich betrachte das Gehirn als einen Computer, der aufhört zu funktionieren, wenn seine Komponenten ausfallen. Es gibt keinen Himmel oder ein Leben nach dem Tod für kaputte Computer; das ist ein Märchen für Leute, die Angst vor der Dunkelheit haben.“
Stephen Hawking, engl. Physiker
„Stellt mit Kühnheit sogar die Existenz Gottes in Frage; denn wenn es ihn gibt, muss er die Huldigung der Vernunft mehr gutheißen als die der Angst mit verbundenen Augen.“
„Ich habe alle bekannten Aberglauben der Welt untersucht… Sie alle basieren auf Fabeln und Mythologie. Das Christentum hat die eine Hälfte der Welt zu Dummköpfen und die andere Hälfte zu Heuchlern gemacht.“
Thomas Jefferson, ehemaliger amerik. Präsident
„Was die Ketzer anlangt, so haben sie sich einer Sünde schuldig gemacht, die es rechtfertigt, daß sie nicht nur von der Kirche vermittels des Kirchenbannes ausgeschieden, sondern auch durch die Todesstrafe aus dieser Welt entfernt werden.“ (wie bitte?)
Thomas von Aquin, Kirchenlehrer
„Wann ist je den Bedrängten durch Beten Hilfe von oben gekommen? Gebetet wurde und wird seit Menschengedenken in den Häusern mit Kranken und Sterbenden, auf den Schlachtfeldern der bis heute stattfindenden Kriege, in Luftschutzkellern mit zu Tode verängstigten Menschen, in den großen Vernichtungslagern der Nationalsozialisten und Kommunisten, unter den Trümmern der durch Erdbeben zerstörten Häuser. Wurden je die Schreie und Gebete in den Folterkellern der Inquisition und aus den brennenden Scheiterhaufen erhört?“
Uwe Lehnert, dt. Bildungsinformatiker
Abbildungen
Freud, Friedrich II, Onfray, von Harnack, Luther, Einstein, von Goethe (von li oben nach reunten)
Schopenhauer, Russell, Popper, Harris, Bakewell, Cox ((von li oben nach re unten)
* Lebensklug sind nach meinem Verständnis Menschen, die sich im Leben an Fakten halten, die mit der Lebenswirklichkeit übereinstimmen und gegenüber Behauptungen, für die es keine empirischen Belege gibt, skeptische, von der Vernunft geleitete Zurückhaltung wahren.
Stellen Sie in wenigen Minuten fest, wie LEBENSKLUG Sie sind!
So geht’s: Geben Sie an, ob die folg. bewusst zugespitzten Aussagen auf einen der nachf. Begriffe zutreffen und ggf. auf welchen (a-j)!
Aussagen:
1. Ort der Verbreitung von teilweise weltfremdem und absonderlichem, stellenweise auch vernunftwidrigem Gedankengut
2. Spielwiese für intellektuelle Schaumschlägerei, wobei viel Geschriebenes nichts anderes als sinnfreies Stochern im Nebel ohnejeden Erkenntnisgewinn ist
3. Fundament für gesicherte Erkenntnisse über die Welt und das Leben
4. Heimstätte für soziale Wesen, die anfällig sind und für alle Arten von irrationalen Lehren und sich häufig gegenüber Fremden und Andersdenkenden wenig tolerant und friedfertig zeigen
5. Von dem meist sehr banalem und kurzlebigen Stoff, der hier in unendlicher Menge und Vielfalt angeboten wird, gehört Vieles direkt in die Tonne
6. Lebensklugheit bzw. Lebenskunst werden hier im Allgemeinen nicht vermittelt bzw. gefördert
7. Foren, die viel Raum geben für Bullshit, Fake News, Verschwörungstheorien und sonstigen hanebüchenen Unsinn
8. Schnelllebiger Markt, in dem häufig auf der Basis von ungeklärten Fakten und ungeachtet der Komplexität bestimmter Fragestellungen eine fragwürdige politisch-weltanschauliche Meinungsmache betrieben wird
9. Anerkannte Lehre, die das menschliche Streben nach absoluter Wahrheit – nach rational nicht anfechtbaren Aussagen über Gott, die Welt und das Leben – als irrationales (illusorisches) Bemühen entlarvt
10. Spielfeld für Akteure, die sich Alles zutrauen, die den LeutenAlles versprechen und die alle Mittel einsetzen, um die Gunst der Menschen zu gewinnen
Jede richtig angekreuzte Antwort zählt einen Punkt. Wer die Aussage 1 falsch beantwortet oder keinem der Begriffe zugeordnet hat, erhält 7 Punkte Abzug, da in diesem Test die Verteidigung fragwürdigen religiösen Gedankenguts kein Beleg fürLebensklugheit ist.
0 – 2 Punkte:
Ich bedaure, Sie haben den Test leider nicht bestanden.
3 – 4 Punkte: .
Sie sind eine „mit beiden Beinen in der Welt stehende“ Persönlichkeit. Sie schließen sich mitunter Meinungen an, nicht, weil Sie die Argumente kritisch geprüft haben, sondern weil Sie diese auch ohnesketisches Hinterfragen für glaubhaft halten.
5 – 6 Punkte:
Sie sind eine aufgeschlossene und weltoffene Persönlichkeit. Sie kennen sich in der Welt gut aus und gehen ihren eigenen Weg.
7 – 8 Punkte:
Sie sind eine über die Welt und das Leben stark reflektierende Persönlichkeit. Sie haben einen kritischen Blick auf die Welt und verfügen über ein gutes Urteilsvermögen.
9 + 10 Punkte:
Sie sind eine lebenskluge Persönlichkeit. Sie folgen ihrem kritischen Verstand und führen ein selbstbestimmtes und sinnerfülltes Leben.
In den letzten Jahrzehnten haben die Christlichen Kirchen in Deutschland einen starken Rückgang Ihrer Mitglieder zu verzeichnen.
Zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung 1989/1990 gehörten noch über 72 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Glaubensgemeinschaft in Deutschland an. Seither ist der Anteil der Kirchenmitglieder auf etwa 44 Prozent gesunken (römisch-katholische Kirche: 23%, EKD: 21% / Stand 31.12.2025). 48% der Bevölkerung (von etwa 83,5 Millionen Bundesbürgern) sind nach den von der Forschungsgruppe für Weltanschauungen ausgewerteten Daten nicht Mitglied einer Konfessionsgemeinschaft. Davon sind 60% ehemalige Kirchenmitglieder.
Mitgezählt bei den Kirchenmitgliedern werden religionsunmündige Kinder unter 14 Jahren, bei denen die Erziehungsberechtigten die Entscheidung zur Aufnahme getroffen haben. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Anteil der Menschen, die erst im Erwachsenenalter in die KK aufgenommen werden, in Deutschland jährlich bei 2000 bis 3000 Personen liegt (im Vergleich zur Anzahl der Kinder: 120000 bis 130000), das entspricht nur etwa 2 bis 2,5 Prozent aller Neuaufnahmen!!!
Die Kirchenaustritte sind seit 2005/2006 von einem jährlichen Ausgangswert von etwa 200000 von Jahr zu Jahr kontinuierlich angestiegen und haben in den letzten Jahren eine Größenordnung von etwa 650000 Mitgliedern erreicht. Der Anteil der älteren und jüngeren Menschen (über 18 Jahre) an den Kirchenaustritten entspricht in etwa ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung. Dasselbe gilt für Menschen mit unterschiedlichem Bildungsstand.
Unter Berücksichtigung der sonstigen Veränderungen bei den Neuaufnahmen und dem Ausscheiden durch Tod ist die Anzahl der Kirchenmitglieder beider Kirchen in den letzten Jahren jeweils um etwa 1,1 Millionen gesunken.
Nach Auswertung der verfügbaren Daten durch die Forschungsgruppe „fowid“ sind aktuell noch etwa 5 Prozent der Bevölkerung als praktizierende Gläubige anzusehen.
Die Bertelsmann-Stiftung hat im Sommer 2022 eine Umfrage durchgeführt („Religionsmonitor“), derzufolge die Kirchen in den kommenden Jahren vor einem weiteren Bedeutungsverlust stehen. (Das bestätigen inzwischen die neu vorliegenden Daten.) Die Autoren sind zu dem Schluss gekommen, dass beide Kirchen nicht umhinkommen werden,
„ihre besondere gesellschaftliche Rolle kritisch zu reflektierenund sich in einer zunehmend religiös pluralen Gesellschaft neuzu verorten.“
Quelle: Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland („fowid“)
Anmerkung des Autors: Die Katholische Kirche in Deutschland ist sich zwar bereits seit vielen Jahren der zunehmend dramatischen Entwicklung hinsichtlich des Vertrauensverlustes der Menschen in ihre Einrichtung bewusst, ihr ist es aber bislang trotz verstärkter Anstrengungen, die Gläubigen an Reformbemühungen zu beteiligen – Stichwort: “Synodaler Weg” – nicht gelungen, Reformen in Gang zu bringen, die ihr neues Vertrauen in ihre Einrichtung verschaffen und die Abwendung vieler Gläubigen von der Kirche aufhalten können.
1. Was bildet sich der Autor dieser Streitschrift gegen die Katholische Kirche eigentlich ein? Mit welchem Recht glaubt er eine Kirche, der weltweit etwa 1,5 Milliarden Menschen angehören, wegen pauschaler und teilweise weit übertriebener Verfehlungen einzelner Personen, die auch keine wahren Christen waren, angreifen und verurteilen zu können.
Was weiss er schon von einer Glaubenslehre, zu der sich in der westlichen Welt seit nahezu zwei Jahrtausenden viele große Geister bekannt haben und die die Menschheit bis indie heutige Zeit bewegt. Wie kann er sich als Ungläubiger überhaupt ein Urteil über eine Lehre anmaßen, die auf heiligen, von Gott den Menschen offenbarten Quellen beruht und nur von Menschen verstanden werden kann, die bereit sind, der Allmacht Gottes und seiner Güte in Demut zu vertrauen?
Meine Antwort lautet:
Ich verstehe Gläubige, die so denken. Für Menschen, die in einer Gesellschaft mit einer fast zwei Jahrtausend währenden christlichen Tradition aufgewachsen sind, ist dieser Glaube häufig ein identitätsstiftender untrennbarer Teil ihrer Persönlichkeit, den sie gegen jede Kritik, ohne auf die vorgetragenen Argumente einzugehen, energisch verteidigen.
Mit ihrer Meinung Recht haben können allerdings nur diejenigen Teilnehmer an einem kontroversen Diskurs, die sich auch in Glaubensangelegenheiten an Fakten halten, keine widersprüchlichen oder gegen die Denkgesetze verstoßenden Aussagen treffen und sich nicht mit offenkundigen Torheiten in Widerspruch setzen zu dem, was uns heute die Naturwissenschaften an gesicherten Erkenntnissen vermitteln.
Wer diesen Aussagen zustimmt, muss sich den hier vorgetragenen Kritikpunkten dezidiert stellen, ansonsten verliert er jedes Maß an Glaubwürdigkeit.
Wer meint, es reiche aus, seinen Glauben damit zu verteidigen, dass er auf die weltweit grosse Anhängerschaft der KK, unter denen sich offenkundig nicht wenige hoch gebildete Persönlichkeiten und namhafte Denker befinden, hinweist, verfehlt bei mir die erhoffte Wirkung, da im Diskurs nicht zählt, wer oder wie viele Menschen etwas für wahr halten, sondern wie gut die jeweils eigene Sichtweise begründet ist.
2. Einige meiner Kritiker meinen, meine Schrift damit abtun zu können, dass vieles – wenn nicht sogar alles – von dem, was ich schreibe, seit langem bekannt sei. Sie wollen damit wohl zum Ausdruck bringen, dass die vorgetragenen Kritikpunkte längst von der KK thematisiert und entweder zurückgewiesen oder entkräftet worden seien und sich damit längst erledigt hätten.
Ja, das wäre sicher im Sinne der Kirchenoberen, die alles tun, um einer dezidierten sachlichen Auseinandersetzung mit fundierter Kritik aus dem Weg zu gehen, weil sie das sicher in große Verlegenheit bringen würde.
Zunächst einmal gilt es festzustellen, dass weder von einer Aufarbeitung der hoch kriminalitätsbelasteten Geschichte der Katholischen Kirche noch von einem Eingehen auf die Kritik an einzelnen ihrer Lehrinhalte bzw. an den innerkirchlichen Strukturen die Rede sein kann. Dazu habe ich mich in meinem Buch ausführlich geäußert. Dort habe ich auch darauf hingewiesen, dass die KK sich selbst Fesseln angelegt hat, die es ihr um der Wahrung der Glaubenseinheit willen nicht erlauben, Inhalte ihrer religiösen Lehre (und den daraus abgeleiteten moralisch-ethischen Anschauungen) infrage zu stellen. Dasselbe gilt auch für ihre verfestigten patriarchalischen und autoritären innerkirchlichen Strukturen.
Die breite Kritik an der KK ist daher – wie auch die extrem hohe Zahl der Austritte von Gläubigen aus der KK für jedermann deutlich macht – unbestreitbar hoch aktuell und absolut notwendig.
3. Dem Autor sei vorzuhalten, dass er mit keinem Wort anerkenne, welche Bedeutung der christliche Glauben für viele Menschen hat, indem er ihnen Halt und Zuversicht gibt und ihnen hilft, das ihnen zugedachte Leid in der Welt in der Hoffnung auf ein paradiesisches Jenseits leichter zu ertragen.
Dieser Kritik halte ich folg. entgegen:
Ich bestreite nicht, dass tiefgläubige Menschenimchristlichen Glauben all‘ das finden können, was ihnen im Leben Halt und Orientierung gibt. Das ändert aber nichts daran, dass dieser Glaube auf „Sand gebaut“ ist und Gläubige in einer Traumwelt leben, die mit den Realitäten dieser Welt nichts zu tun hat. Dazu habe ich mich in meinem Buch ausführlich geäußert.
4. Einige Leser werfen mir vor, meine Kritik sei ein bösartiger – ketzerischer – und verleumderischer Angriff auf die Katholische Kirche. Dem Autor sei nicht an einer fairen Auseinandersetzung mit der KK gelegen, sondern er unternehme alles, um die KK in schlechtem Licht erscheinen zu lassen. Völlig unerwähnt blieben daher alle Fakten und Aspekte, die den christlichen Glauben als höchst wirkmächtige positive Kraft für die Entwicklung der Menschheit würdigen und der Rolle, die die KK dabei spielt, gerecht werden.
Den Vorwurf weise ich zurück. Ein Kernpunkt meiner Kritik betrifft die Frage, inwieweit sich das von der KK im Zentrum ihrer Lehre stehende Bekenntnis zur allgemeinen Nächstenliebe nicht angesichts der ungeheuerlichen Kriminalitätsgeschichte der Katholischen Kirche als utopische ethische Maxime erwiesen hat, die sie nicht davor bewahrt hat, über viele Jahrhunderte unzählige schlimme Verbrechen – Verfolgung, Unterdrückung, Folter und grausame Tötung von Menschen – zu begehen oder auf andere Weise mitzuverantworten hat. Der christliche Glaube mit seinen teilweise hehren ethisch-moralischen Anforderungen an das Leben der Menschen ist damit für billig und gerecht denkende Menschen nachhaltig in Misskredit geraten. Da gibt es nichts zu beschönigen.
Ich schließe mich jedenfalls einer Bewertung an, wie sie in einem Zitat des amerikanischen Philosophen Daniel Dennett zum Ausdruck kommt:
„Man kann nicht mit allˋdem Guten werben, das dieeigene Religion bewirkt, ohne vorher gewissenhaft all‘ den Schaden abzuziehen, den sie anrichtet, und ernsthaft die Frage zu prüfen, ob eine andere Religion oder gar keine Religion besser ist.“
Zu guter Letzt möchte ich jedoch bei aller Kritik, die ich in meinem Buch übe, noch eins klarstellen: Ich bestreite nicht, dass der christliche Glaube es in mancher Hinsicht auch verdient, als eine für die Entwicklung der Menschheit bedeutsame Kraft wahrgenommen zu werden. Dafür, dass einzelne ethisch-moralische christliche Botschaften der KK tief im Bewusstsein der Menschen verankert sind und bleiben, sorgen allerdings bereits in Überfülle kirchliche Verteidiger des christlichen Glaubens, die ausnahmslos nicht bereit sind, die nicht zu leugnenden gravierenden Irrtümer und Schattenseiten dieser Lehre und die Mängel der sie verkündende Institution selbstkritisch ungeschönt anzusprechen und eine offene Diskussion darüber zu führen, wie mit dieser Kritik umzugehen ist und welche Schlussfolgerungen ggf. zu ziehen sind.
Was passiert, wenn sich die Katholische Kirche einem Prozess der kritischen Selbstvergewisserung entzieht, zeigt das Verhalten der Gläubigen, die der Kirche in Deutschland millionenfach den Rücken kehren. Auf die Empfehlung der Bertelsmannstiftung an die KK, die ich unter Ziff. 10 wiedergegeben habe, nehme ich Bezug.
Anmerkungen zur Frage, welcher Mittel und Methoden sich die KK zur Festigung des christlichen Glaubens in der Weltbedient
Die Gefahr religiöser Verblendung: an dieser Stelle nur ein Beispiel: die Versuchung Abrahams
Die Aufforderung an die Gläubigen, ein gottesfürchtiges Leben zu führen
Wie die KK mit ihrer kriminalitätsbelasteten Vergangenheit umgeht
Texte
Ist die Bibel Gottes Wort?
Die Katholische Kirche verkündet ihre Lehre als „Gottes Wort“ und beruft sich darauf, daß Gott sich ihr in den „Heiligen Büchern“ „offenbart“ habe.
Für mich liegt bei „nüchterner“ Betrachtung auf der Hand, dass den Offenbarungen kein reales Geschehen zugrundeliegt.
In Wahrheit dürfte es sich bei den in der Bibel geschilderten Gottesbegegnungen wohl um reine Phantasie- und Wahnvorstellungen von hoch empfindsamen Menschen gehandelt haben, die in grauer Vorzeit gelebt haben, in der ihnen die Geheimnisse der Natur noch weitgehend verschlossen waren. In ihrer Naivität und Engstirnigkeit haben sie fest an die Allmacht Gottes und seiner Fähigkeit geglaubt, auf die Geschicke der Menschen einzuwirken. Jene Menschen haben allem Anschein nach innere Stimmen wahrgenommen, die sie in ihrer frömmelnden Einfalt (auf dem Hintergrund eines zu jener Zeit bestehenden archaischen Weltbildes) für die Stimme des allmächtigen Schöpfers gehalten haben.
Folgt man dieser Sichtweise, fällt das ganze Glaubensgebäude der Katholischen Kirche sang- und klanglos in sich zusammen.
Die Bibel
Warum Christen an Gott glauben
Das Wesen des Glaubens nach christlicher Lehre
In der Bibel wird Glauben definiert als „Gewißheit dessen, worauf man hofft, und das Überzeugtsein von dem, was man nicht sieht.“ (Hebräerbrief 11.1).
Nach christlicher Lehre ist diese Bibelstelle so zu verstehen, dass Gläubige ein tiefes Vertrauen in die göttliche Schöpfung haben, die sie als sein Geschenk an die Menschen betrachten und dessen sie sich dankbar erweisen wollen. Sie meinen. die göttliche Gegenwart zu spüren und können sich ein sinnvolles Leben nur im Glauben an Gott als barmherzigen Vater vorstellen.
Die Katholische Kirche beantwortet damit die Frage, warum Menschen an ein göttliches Walten in der Welt glauben, mit dem schlichten Hinweis, dass ohne dieses Urvertrauen in eine göttliche Ordnung man sich ein Leben in dieser Welt gar nicht vorstellen könne. Erst der Glaube gebe Menschen Halt und Orientierung. Christen fühlen sich in ihrem Glauben bestätigt, weil zentrale christliche Glaubensbotschaften ihrem Wunschdenken entgegenkommen.
Dagegen ist folgendes einzuwenden:
Die KK prämiert den Gottesglauben von Menschen, indem sie unterstellt, dass Menschen von Natur aus ein Urvertrauen in eine göttliche Ordnung haben oder herstellen können. Das mag in früheren Zeiten, als der Gottesglaube für die Menschen noch zentraler Bestandteil eines mystischen Weltverständnisses war, zutreffend gewesen sein.
Die Welt und damit auch die Sichtweise der Menschen auf die in ihr wirkenden Kräfte haben sich seither grundlegend verändert. Auslöser und Motor dieses Aufbruchs in eine von den Fesseln religiöser Denkverbote befreiten Geisteshaltung waren zum Ende der Neuzeit bzw. mit Beginn der Moderne aufkommende philosophische Srömungen, vor allem der Geist der Aufklärung (18. Jahrhundert), der sich über Europa und weite Teile der Welt ausgebreitet hat.
Nachdem die wissenschaftliche Forschungim Zuge dieser Befreiung von alten Denkschablonen keinen religiösen Beschränkungen mehr unterlag, konnten viele der in alter Zeit bestehenden Geheimnisse der Natur – u.a die Ursprünge des Kosmos, das Sonnensystem, die Evolution des Menschen, das Wirken von Naturkräften in der Welt etc. – entschlüsselt werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse geben Grund zu der Annahme, dass alles in der Natur mit ‚rechten Dingen‘ zugeht und auch die Entstehung der Welt und die Evolution des Menschen als ein natürliches, aus den Gesetzmäßigkeiten der Natur ableitbares Geschehen erklärt werden kann. Damit hat der Glaube an einen Gott, der in wundersamer Weise in die Geschicke der Welt eingreift, dramatisch an Glaubwürdigkeit verloren.
Menschen, die dieses Naturverständnis teilen, werden folglich nicht zustimmen, wenn behauptet wird, dass der Gottesglaube einem der Natur des Menschen innewohnenden tiefen (quasi existentiellem) Grundbedürfnis entspricht.
Da die KK keinen für mich nachvollziehbaren Grund für ihren Gottesglauben angeben kann, ist ihr Glaube wohl ausschließlich einem reinen Wunschdenken zuzuschreiben. So verstehe ich auch die eingangs zitierte Bibelstelle.
Anmerkung:
Auch wenn es für mich keinen Grund gibt, qan den Gott der Christen zu glauben, stelle ich das RECHT aller Menschen auf Glaubensfreiheit selbstverständlich nicht in Frage. Ich halte mich allerdings für berechtigt, mich mit der Glaubenslehre der Katholischen Kirche – einer in der Öffentlichkeit wirkenden Einrichtung – kritisch auseinanderzusetzen und berufe mich dabei auf mein RECHT auf Meinungsfreiheit. Ich erwarte daher meinerseits von allen Gläubigen, mir dieses Recht in gegenseitigem Respekt, also ohne persönliche Diffamierung, ausdrücklich zuzugestehen.
Anmerkungen zur Frage, welcher Mittel und Methoden sich die KK zur Festigung des christlichen Glaubens in der Weltbedient
Die KK hat sich, um für ihren Glauben zu werben und ihre Lehre in alle Welt hinauszutragen, teilweise recht fragwürdiger Mittel und Methoden bedient und ist dabei in ihrer Geschichte häufig auch nicht vor der unerbittlichen Verfolgung Andersdenkender und der Anwendung massiver Gewalt (Unterdrückung, Folter und Ermordung) zwecks Verbreitung und Festigung ihrer christlichen Botschaftzurückgeschreckt. Man denke allerdings auch an die Mittel und Methoden, die bis heute angewandt werden:
* Die KK verspricht den Menschen in der ihr eigenen, von keinen Zweifeln geplagten nassforschen Art die Erfüllung eines uralten – aus rationaler Sicht definitiv unerfüllbaren – Menschheitstraums, nämlich die Aussicht auf eine Wiederauferstehung nach dem Tod, wenn sie im christlichen Glauben ein Gott wohlgefälliges Leben führen.
* Sie indoktriniert die ihr von den Eltern anvertrauten religionsunmündigen Kinder mit ihrer Lehre, übt so eine prägende Wirkung auf die geistige Entwicklung von Kindern aus und macht sie auf diese Weise unter Ausnutzung ihrer altersbedingten Ahnungslosigkeit zu ihren treuen Anhängern im Glauben. (s.u. 5.3).
* Sie hat – solange sie es konnte – die Menschen vor aufklärerischen und religionskritischen Schriften abgeschirmt (Index librorum prohibitorum).
Diesen Machenschaften und Methoden verdankt die KK, die im übrigen immer darauf bedacht war, sich mit den Mächtigen dieser Welt, darunter auch Staatenlenker diktatorischer und faschistischer Systeme , gut(?) zu stellen, ein Großteil ihres Erfolges in zwei Jahrtausenden.
Bezüglich ihrer Botschaften ist der KK vor allem vorzuhalten, dass sie den Menschen Glaubensinhalte verkündet, die mit dem vertieften Wissen, das wir heute von der Welt, seiner Entstehung und der in ihr wirkenden Kräfte sowie der Evolution des Menschen haben, nicht vereinbar sind. Sie stellt sich damit gegen alle aufklärerischen Bemühungen, den Menschen auf der Grundlage naturwissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse ein realistisches Bild von der Welt und der Stellung des Menschen in dieser Welt zu vermitteln.
Die Gefahr religiöser Verblendung: an dieser Stelle nur ein Beispiel: die Versuchung Abrahams
Rembrandt, Die Versuchung Abrahams
Die religiöse Verblendung kennt, wie wir aus der Kriminalitätsgeschichte der Katholischen Kirche wissen, keine Grenzen. Auch in der Bibel selbst finden sich zahlreiche Stellen, die aufzeigen, zu welchen höchst verstörenden Ansichten der christliche Glauben führen kann. Dazu nur ein Beispiel:
Abraham ist zum Beweis seiner Gottestreue bereit, auf Geheiß Gottes ihm seinen Sohn Isaak zu opfern.
Da Gott nicht mit den Menschen kommuniziert*, ist A. das Opfer einer naiv-bigotten Verblendung, die ihn dazu verleitet, eine unmenschliche Schandtat zu begehen, von der er nicht aus Barmherzigkeit ablässt, sondern weil – wie in der Bibel berichtet – Gott in das Geschehen im letzten Moment eingreift. Auch dieses angebliche Geschehen kann, da ein Engel (???) als Mittler des „göttlichen Willens“ Abraham von der Tat abgehalten haben soll, so real nicht stattgefunden haben!
Fazit: An dieser schändlichen Geschichte ist nichts Wahres d’ran! Sie eignet sich erst recht nicht als Sinnbild für „wahre“ Gottestreue!
* Wie denn auch? Wer heute glaubt, eine innere Stimme zu vernehmen und auf diese Weise mit GOTT zu kommunizieren, wird mit dieser skurrilen Geschichte von Menschen, die „mit beiden Beinen im Leben stehen“, wohl kaum ernst genommen werden.
Das Phänomen, dass Menschen glauben, innere Stimmen zu hören, tritt auch in nichtreligiösen Kontexten auf und lässt sich auf natürliche Weise aus der Funktionsweise des menschlichen Gehirns erklären. Das menschliche Gehirn ist angesichts seiner extrem hohen Fähigkeit zur Aufnahme und Verarbeitung von Sinneseindrücken wie auch zur Steuerung von Denkprozessen in der Lage, sowohl Gespräche mit sich selbst als auch mit einem nur virtuell vorhandenen Gegenüber zu führen.
Die Aufforderung an die Gläubigen, ein gottesfürchtiges Leben zu führen
Die KK hält die Gläubigen dazu an, ein Leben in Ehrfurcht vor Gott zu führen. Sie fordert zugleich dazu auf, ein gottesfürchtiges Leben zu führen.
Mit dieser Wortwahl befördert die KK tiefsitzende Ängste ihrer Anhänger, dass Verstösse gegen religiöse Gebote zum Zeitpunkt des „Jüngsten Gerichts“ grausame Folgen nach sich ziehen können. Ich halte das für eine in jeder Hinsicht inakzeptable Methode, um Gläubige mit einer in alter Zeit in die Welt gesetzten, engstirnigem religiösen Wahndenken zuzuschreibenden Schreckensbotschaft (nämlich bei Missachtung der religiösen Gebote die Aussicht auf ein ewiges Leben zu verlieren und ewige Höllenqualen erleiden zu müssen*) an die Kirche zu binden.
*Anmerkung: Wer als Christ Gott unterstellt, er werde am Tag des Jüngsten Gerichts „Ungerechte“ in die ewige Verdammnis schicken, sollte sich fragen, ob er Gott damit nicht extrem inhumane Rachegelüste unterstellt und auf diese Weise sich nicht an der heiligen Person Gottes vergeht. Es ist schon ein starkes Stück, Gott Botschaften in den Mund zu legen, nach denen er am Tag des „Jüngsten Gerichts“ über die Menschen Gericht halten und sie in zwei Gruppen einteilen werde: Die „Gerechten“ kommen in den“Himmel“, die „Ungerechten in das“ewige Feuer“.
Diese Geschichte beruht auf naivem Aberglauben, da eine Botschaft Gottes an die Menschen nur in der Phantasiewelt von Gläubigen, aber nicht als ein reales weltliches Geschehen vorstellbar ist.
Bei aller gebotenen Zurückhaltung ist mir unbegreiflich, dass solche absolut realitätsfremden, abscheulichen und widersprüchlichen religiösen Botschaften von vernunftgeleiteten Menschen (Menschen, die in der Realität des Lebens nicht leichtgläubig auf jeden Schwindel hereinfallen) unkritisch aufgenommen und als Glaubensbekenntnisübernommen werden.
Es wird allerdings wohl auch Menschen geben, die, ohne den christlichen Glauben wirklich anzunehmen, schlicht abwägen, ob es nicht trotz bestehender Vorbehalte besser ist, sich der christlichen Glaubensgemeinschaft zwecks Sicherung der versprochenen Aussicht auf ein ewiges Leben und Vermeidung des Risikos ewiger Verdammnis anzuschließen.
Auch diese Art des Umgangs mit einer wichtigen Glaubensfrage ist für mich aus rationalen Gründen nicht akzeptabel. Nach meiner festen Überzeugung muss dem Glauben an irrationales Gedankengut mit Wahrheitsanspruch – in welcher Form auch immer – entschieden entgegengetreten werden, da diese Lehren
– vernunftwidrig sind,
– die Menschen mit Behauptungen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen, in die Irre führen (und damit auch der bewussten betrügerischen Verbreitung von Humbugdurch religiöse Akteure Tür und Tor öffnen),
– Intoleranz verbreiten und
– häufig Auslöser von Unfrieden und gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Menschen sind.
Wie die KK mit ihrer kriminalitätsbelasteten Vergangenheit umgeht
Das biblische Gebot der Nächstenliebe
Lukas 10: 25. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?
Lukas 10: 26. Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? Wie lieset du?
Lukas 10: 27. Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten als dich selbst.
Lukas 10: 28. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben.
Lukas 10: 29. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?
Lukas 10: 30. Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen.
Lukas 10: 31. Es begab sich aber ungefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber.
Lukas 10: 32. Desgleichen auch ein Levit; da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber.
Lukas 10: 33. Ein Samariter aber reiste und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein,
Lukas 10: 34. ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Öl und Wein und hob ihn auf sein Tier und führte ihn in die Herberge und pflegte sein.
Lukas 10: 35. Des anderen Tages reiste er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Lukas 10: 36. Welcher dünkt dich, der unter diesen Dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war?
Lukas 10: 37. Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tue desgleichen.
Diese Bibelverse enthalten wohl die eindrucksvollste humane Botschaft, die Jesus der Welt hinterlassen hat.
Das Gebot der Nächstenliebe gehört demzufolge auch zum Credo der Katholischen Kirche. Allerdings hat sie in ihrer langen Geschichte dem Geist dieser Botschaft vielfach in schändlicher Weise zuwidergehandelt, indem sie Menschen verfolgt, unterdrückt, entrechtet und in unzähligen Fällen gefoltert und getötet hat.
Die KK ist sich ihrer schweren Schuld, die sie in ihrer Geschichte auf sich geladen hat, zwar bewusst und geistliche Würdenträger bekennen sich auch hier und da – häufig ohne dabei das Unrecht konkret zu benennen – zur Fehlbarkeit der Kirche und bitten um Vergebung, die KK vermeidet es aber, sich ihrer hoch belasteten Vergangenheit schonungslos in der gebotenen Offenheit zu stellen und diesen Teil ihrer Geschichte gründlich aufarbeiten zu lassen.
Die KK hat weder den Opfern ihrer zigtausendfachen Verbrechen als äußeres Zeichen einer tief empfundenen Reue ein sichtbares und die Zeiten überdauerndes Mahnmal errichtet noch gibt es in Deutschland auch nur ein der geschichtlichen Aufarbeitung des geschehenen Unrechts dienendes öffentliches katholisches Dokumentationszentrum. Man findet auch keinen Gedenktag im jährlichen Kirchenkalender der KK, um die Erinnerung an das unendliche Leid, das sie den Menschen angetan hat, wachzuhalten.
Von einer Kirche, deren öffentliches Auftreten an ihrem ethischen Anspruch gemessen wird, für Nächstenliebe unter den Menschen einzutreten, darf man wohl erwarten, dass sie – auch wenn es als Eingeständnis von Schuld schmerzhaft ist – in aller Form dem tiefen Bedauern um das von ihr begangene Unrecht Ausdruck verleihtund dafür Sorge trägt, dass das Gedenken daran auch für die Zukunft erhalten bleibt.
KI generierter Text von Microsoft Pilotauf der Grundlage der Ausführungen des Autors in seinem Buch
Microsofts KI-Assistent
Einleitung
Religion verlangt oft etwas, das kaum ein anderer Bereich des Denkens für sich beanspruchen darf: Glauben ohne überprüfbaren Beweis. Sie spricht über Ursprung, Sinn, Moral, Leid und Tod – also über die größten Fragen des Menschen. Gerade deshalb darf sie nicht vor Kritik geschützt werden. Je stärker Religion behauptet, Wirklichkeit zu erklären und verbindliche Wahrheiten zu besitzen, desto dringender muss gefragt werden: Warum sollte ausgerechnet sie von den üblichen Maßstäben der Begründung ausgenommen sein?
Dieses Buch untersucht den katholischen Glauben deshalb nicht als private Trostquelle, sondern als System von Behauptungen. Im Zentrum steht eine unbequeme Frage: Kann eine Lehre universelle Wahrheit beanspruchen, wenn ihre Quellen nicht überprüfbar, historisch gewachsen und in Teilen widersprüchlich sind? Kritisch wird vor allem der Moment betrachtet, in dem persönliche Überzeugung zur öffentlichen Wahrheit erklärt wird.
Die Kritik richtet sich dabei nicht gegen gläubige Menschen. Sie richtet sich gegen die Sonderstellung, die religiöse Aussagen häufig beanspruchen. Eine Überzeugung wird nicht wahrer, weil sie tröstet. Sie wird nicht verlässlicher, weil sie alt ist. Und sie wird nicht überzeugender, weil eine Institution sie verteidigt. Wer Wahrheit fordert, muss Gründe liefern. Wer Gewissheit verlangt, muss Prüfung zulassen.
Die folgenden Kapitel entwickeln diese Kritik Schritt für Schritt. Zunächst werden die Glaubensinhalte und Glaubensquellen der katholischen Kirche auf ihre Tragfähigkeit geprüft. Danach zeigt der Autor, warum religiöse Dogmen mit modernen Maßstäben von Wahrheit und Wirklichkeit in Konflikt geraten. Abschließend wird gefragt, warum Menschen trotzdem glauben – nicht weil der Glaube bewiesen wäre, sondern weil er Sinn stiftet, Angst mildert und Zugehörigkeit schafft.
Die leitenden Fragen lauten daher:Warum sollte eine unbelegte Behauptung nur deshalb mehr gelten, weil sie religiös ist? Warum darf ein Dogma Wahrheit beanspruchen, wenn es jede Prüfung verweigert? Warum sollte Tradition ein Ersatz für Begründung sein? Und warum sollte eine Institution bestimmen dürfen, was wirklich ist, nur weil sie alt, mächtig oder ehrwürdig erscheint?
Kapitel 1: Glaubensinhalte und Glaubensquellen der Katholischen Kirche
These
Die katholische Glaubenslehre kann keinen universellen Wahrheitsanspruch erheben, da ihre zentralen Inhalte auf nicht überprüfbaren und daher spekulativen Quellen beruhen.
Begründung
Religiöse Glaubensinhalte beziehen sich überwiegend auf eine jenseitige Wirklichkeit, die weder beobachtbar noch empirisch überprüfbar ist. Aussagen über solche nicht zugänglichen Bereiche entziehen sich grundsätzlich einer objektiven Wahrheitsprüfung und können daher keinen allgemeinverbindlichen Erkenntnisstatus beanspruchen.
Zugleich ist menschliches Erkenntnisvermögen auf die reale, erfahrbare Welt beschränkt. Gesicherte Aussagen lassen sich nur über Phänomene treffen, die beobachtbar oder zumindest indirekt überprüfbar sind. Glaubensinhalte, die sich außerhalb dieses Rahmens bewegen, sind daher spekulativ.
Kernargument 1: Göttliche Offenbarungen sind keine verlässliche Erkenntnisquelle
Argument:
Berichte über göttliche Offenbarungen beruhen auf subjektiven Erfahrungen einzelner Menschen aus der Antike, deren Wahrheitsgehalt heute weder überprüfbar noch reproduzierbar ist.
Beleg:
Die Bibel enthält Schilderungen von Visionen, Stimmen oder Erscheinungen, die nur durch persönliche Erfahrung bezeugt werden. Vergleichbare Phänomene treten auch in anderen Religionen auf, deren Inhalte sich teilweise widersprechen.
Implikation:
Unterschiedliche und widersprüchliche Offenbarungsansprüche sprechen gegen eine objektive, allgemeingültige Wahrheit dieser Quellen.
Kernargument 2: Traditionen und Dogmen sind historisch bedingt (Menschenwerk)
Argument:
Zentrale Glaubensinhalte der Kirche sind nicht Ergebnis göttlicher Eingebung, sondern historischer Aushandlungsprozesse.
Beleg:
Wichtige Dogmen (z.B. die Trinitätslehre) entstanden in Konzilien unter politischem Einfluss und durch Kompromisse, oft begleitet von Machtkämpfen und Interessenskonflikten.
Implikation:
Wenn zentrale Glaubensinhalte auf historischen Entscheidungsprozessen beruhen, verlieren sie den Anspruch auf göttliche Autorität.
Kernargument 3: Widersprüchliche Gottesbilder untergraben den Wahrheitsanspruch
Argument:
Die biblischen Darstellungen Gottes sind inkonsistent und widersprüchlich.
Beleg:
Im Alten Testament erscheint Gott als strafend und gewaltbereit, im Neuen Testament als gütig und barmherzig – beides soll jedoch dasselbe Wesen beschreiben.
Implikation:
Diese Inkonsistenz spricht für eine menschliche Konstruktion religiöser Vorstellungen und gegen eine einheitliche göttliche Offenbarung.
Gegenargument
Glaubenswahrheiten seien nicht empirisch überprüfbar, sondern Gegenstand persönlicher Überzeugung und spiritueller Erfahrung.
Widerlegung
Subjektive Überzeugungen können individuelle Bedeutung haben, ersetzen jedoch keine objektive Begründung für allgemeingültige Wahrheitsansprüche – insbesondere dann nicht, wenn konkurrierende Überzeugungen sich gegenseitig widersprechen.
Fazit
Da die Glaubensquellen der katholischen Kirche weder überprüfbar noch widerspruchsfrei sind, können ihre Lehren keinen universellen Wahrheitsanspruch begründen.
Kapitel 2: Der Konflikt mit der Realität
Stellen wir uns für einen Moment eine Welt vor, in der jede Behauptung denselben Prüfmaßstäben unterliegt. Eine Welt, in der nicht zählt, wer etwas sagt, sondern ob es sich überprüfen lässt. Eine Welt, in der Autorität kein Ersatz für Argumente ist.
In dieser Welt hätte jede Aussage – ob politisch, wissenschaftlich oder religiös – denselben Status: Sie müsste sich rechtfertigen.
Genau hier beginnt das Problem. Denn wir leben nicht vollständig in einer solchen Welt.
Zwei Arten, die Wirklichkeit zu betrachten
Die moderne Gesellschaft kennt im Grunde zwei grundlegend verschiedene Wege, Wirklichkeit zu verstehen.
Der erste Weg ist der der Wissenschaft.
Er ist langsam, oft mühsam und voller Zweifel. Aber genau das ist seine Stärke. Wissenschaftliche Erkenntnis entsteht nicht, weil jemand überzeugt ist, recht zu haben, sondern weil Annahmen ständig überprüft, infrage gestellt und notfalls verworfen werden.
Der zweite Weg ist der des Glaubens.
Er ist unmittelbar, sinnstiftend und emotional oft kraftvoll. Er verlangt keine Überprüfung im gleichen Sinne. Sein Fundament ist nicht die Kritik, sondern das Vertrauen.
Beide Wege erfüllen unterschiedliche Funktionen. Und genau darin liegt zunächst kein Widerspruch.
Der Konflikt entsteht erst dann, wenn diese beiden Systeme denselben Anspruch erheben: Wahrheit zu beschreiben.
Was Wahrheit heute bedeutet
In einer aufgeklärten Welt hat sich ein bestimmtes Verständnis von Wahrheit durchgesetzt: Eine Aussage gilt als verlässlich, wenn sie überprüfbar ist – zumindest prinzipiell.
Das bedeutet nicht, dass wir alles wissen. Im Gegenteil. Es bedeutet lediglich, dass wir anerkennen, dass Wissen vorläufig ist und sich verändern kann.
Gerade diese Offenheit macht den entscheidenden Unterschied. Denn sie zwingt uns, uns selbst zu korrigieren.
Das Problem mit Dogmen
Religiöse Dogmen folgen einer anderen Logik. Sie beanspruchen Gültigkeit unabhängig von Überprüfbarkeit. Sie gelten nicht, weil sie sich bewährt haben, sondern weil sie als wahr gesetzt werden.
Das führt zu einer fundamentalen Verschiebung:
• Während Wissenschaft fragt: „Ist das wirklich so?“
• sagt das Dogma: „So ist es.“
Der Unterschied ist subtil – aber entscheidend. Denn wo eine Aussage nicht mehr infrage gestellt werden darf, verliert sie ihre Verbindung zu genau dem Mechanismus, der menschlichen Fortschritt ermöglicht hat: der Kritik.
Ein einfaches Gedankenexperiment
Nehmen wir ein beliebiges Phänomen: eine Krankheit, ein Naturereignis oder ein historisches Ereignis.
Wenn wir heute verstehen wollen, was passiert ist, greifen wir auf überprüfbare Informationen zurück. Wir sammeln Daten, vergleichen Hypothesen, verwerfen Fehler.
Was würde geschehen, wenn wir stattdessen sagen: „Die Erklärung steht fest – unabhängig davon, was wir beobachten.“ Wir würden Erkenntnis ersetzen durch Gewissheit.
Und genau das ist der Kern des Konflikts.
Warum das mehr ist als ein theoretisches Problem
Man könnte einwenden, dass dieser Unterschied abstrakt ist. Dass Menschen glauben können, was sie wollen, solange niemandem Schaden entsteht. Und das ist richtig – bis zu einem entscheidenden Punkt. Denn in dem Moment, in dem Glaubenssätze nicht mehr nur persönliche Orientierung sind, sondern Ansprüche an die Wirklichkeit formulieren, wirken sie über den Einzelnen hinaus.
Sie beeinflussen:
• Bildung
• Moralvorstellungen
• politische Entscheidungen
• gesellschaftliche Normen
Und damit wird aus einer privaten Überzeugung eine öffentliche Angelegenheit.
Die eigentliche Spannung
Die eigentliche Spannung besteht also nicht zwischen „Glauben“ und „Nicht-Glauben“. Sie besteht zwischen zwei Prinzipien:
• dem Prinzip der offenen Prüfung
• und dem Prinzip des festgelegten Wahrheitsanspruchs
Das eine lebt davon, infrage gestellt zu werden. Das andere davon, dass es nicht infrage gestellt wird. Beide gleichzeitig aufrechtzuerhalten, ist möglich – solange man sie trennt. Doch genau diese Trennung wird oft nicht klar gezogen.
Die entscheidende Frage
Die zentrale Frage lautet daher nicht:
„Ist Glaube richtig oder falsch?“
Sondern:
„Darf eine Überzeugung sich der Prüfung entziehen – und gleichzeitig Anspruch auf Wahrheit erheben?“
Das ist keine religiöse Frage. Es ist eine Frage darüber, wie wir als Gesellschaft mit Wirklichkeit umgehen.
Es gibt einen Weg, diesen Konflikt zu entschärfen. Er besteht in einer einfachen, aber fundamentalen Unterscheidung:
• Persönlicher Glaube ist frei.
• Öffentlicher Wahrheitsanspruch ist überprüfbar.
Diese Unterscheidung ermöglicht beides:
• individuelle Sinnsuche
• und kollektive Rationalität
Ohne dass das eine das andere dominiert.
Fazit
Der Konflikt zwischen Religion und moderner Erkenntnis ist nicht zwangsläufig. Er entsteht nur dort, wo eine Seite beansprucht, außerhalb der Regeln zu stehen, denen alle anderen folgen müssen.
Eine aufgeklärte Gesellschaft kann mit Glauben leben. Was sie nicht dauerhaft tragen kann, ist ein Wahrheitsanspruch ohne Prüfung.Denn Fortschritt beginnt immer mit einer einfachen Bereitschaft: Dinge infrage zu stellen, die sich unantastbar geben.
Damit ist jedoch erst die eine Seite des Problems beschrieben: der Anspruch des Glaubens, Wahrheit zu sein. Offen bleibt die andere Seite: Warum halten Menschen dennoch an Überzeugungen fest, die sich der Prüfung entziehen? Diese Frage führt vom erkenntnistheoretischen Konflikt zur menschlichen Funktion des Glaubens.
Kapitel 3: Warum Menschen glauben
Menschen glauben selten nur deshalb, weil sie eine Lehre logisch überprüft und für wahr befunden haben.
Glaube entsteht häufig an einer anderen Stelle: dort, wo Unsicherheit, Angst, Hoffnung und das Bedürfnis nach Sinn aufeinandertreffen. Das macht Glauben menschlich verständlich. Aber es macht ihn nicht automatisch wahr.
Der Mensch sucht Sinn
Der Mensch ist kein rein rationales Wesen. Er will nicht nur wissen, wie die Welt funktioniert. Er will wissen, warum er leidet, warum er sterben muss, warum Ungerechtigkeit existiert und ob sein Leben eine Bedeutung hat.
Religion gibt auf diese Fragen einfache und oft tröstliche Antworten. Sie sagt: Dein Leben ist nicht zufällig. Dein Leid ist nicht sinnlos. Der Tod ist nicht das Ende. Es gibt eine Ordnung hinter dem Chaos. Diese Antworten können emotional stark sein. Doch ihre emotionale Stärke ist kein Beweis für ihre Wahrheit.
Gerade hier liegt ein entscheidender Fehler: Was tröstet, wird leicht mit dem verwechselt, was wahr ist.
Angst als Ursprung von Glauben
Ein zentraler Grund für religiösen Glauben ist Angst. Angst vor dem Tod. Angst vor Kontrollverlust. Angst vor Leid. Angst davor, dass die Welt gleichgültig ist. Religion bietet gegen diese Angst ein mächtiges Gegenbild. Sie verspricht Schutz, Ordnung, Gerechtigkeit und Weiterleben.
Das Problem ist nicht, dass Menschen Trost suchen. Das ist verständlich. Das Problem beginnt dort, wo Trost als Erkenntnis ausgegeben wird. Wenn jemand sagt: „Ich glaube daran, weil es mir Halt gibt“, ist das ehrlich. Wenn daraus aber folgt: „Also ist es wahr“, entsteht ein logischer Sprung.
Ein Bedürfnis beweist nicht die Existenz dessen, was es befriedigt.
Glaube als erlernte Zugehörigkeit
Viele Menschen glauben nicht, weil sie Religion bewusst gewählt haben, sondern weil sie in sie hineingeboren wurden. Sprache, Werte, Rituale und Gottesbilder werden früh vermittelt, oft lange bevor ein Kind sie kritisch prüfen kann.
Wer in einem katholischen Umfeld aufwächst, hält katholische Vorstellungen zunächst für selbstverständlich. Wer in einem muslimischen, hinduistischen oder atheistischen Umfeld aufwächst, übernimmt meist andere Grundannahmen.
Das zeigt: Glaube ist häufig weniger Ergebnis freier Erkenntnis als Produkt sozialer Prägung. Diese Tatsache schwächt den Wahrheitsanspruch religiöser Lehren erheblich.
Denn wenn die „Wahrheit“ stark davon abhängt, wo und in welcher Familie jemand geboren wurde, spricht das eher für kulturelle Überlieferung als für objektive Erkenntnis.
Gemeinschaft verstärkt Überzeugungen
Religion bietet nicht nur Antworten, sondern auch Zugehörigkeit. Gemeinsame Rituale, Feste, Gebete und moralische Regeln schaffen Identität. Wer glaubt, gehört dazu. Wer zweifelt, stellt nicht nur eine Idee infrage, sondern oft auch seine soziale Umgebung. Dadurch entsteht ein starker sozialer Druck. Nicht immer offen, aber wirksam.
Der Glaube wird nicht nur durch Argumente stabilisiert, sondern durch Familie, Tradition, Gemeinschaft und Anerkennung. Das erklärt, warum religiöse Überzeugungen oft über Generationen bestehen bleiben, selbst wenn ihre Inhalte rational schwer zu begründen sind.
Der Mensch verteidigt dann nicht nur eine Behauptung. Er verteidigt ein Zuhause.
Die Funktion ersetzt nicht die Wahrheit
Religiöser Glaube erfüllt viele Funktionen. Er kann trösten, verbinden, disziplinieren, Hoffnung geben und Orientierung schaffen. Doch keine dieser Funktionen beantwortet die Wahrheitsfrage.
Auch eine falsche Vorstellung kann psychologisch nützlich sein. Ein Kind kann sich durch die Vorstellung eines unsichtbaren Beschützers sicherer fühlen. Das Gefühl der Sicherheit beweist aber nicht, dass dieser Beschützer existiert.
Genauso kann religiöser Glaube einem Erwachsenen Halt geben, ohne dadurch objektiv wahr zu sein.
Nützlichkeit ist kein Wahrheitskriterium.
Warum Zweifel oft bedrohlich wirkt
Wenn Glaube nur eine Meinung wäre, müsste Zweifel kein Problem sein. Doch für viele Menschen ist Glaube mehr als eine einzelne Überzeugung. Er ist Teil ihrer Identität.
Wer an Gott, Erlösung oder göttliche Ordnung glaubt, hat oft sein gesamtes Weltbild darauf aufgebaut. Ein Zweifel an diesem Fundament gefährdet dann nicht nur eine Aussage, sondern das Gefühl von Sicherheit, Moral, Sinn und Zugehörigkeit.
Deshalb wird Kritik an Religion häufig nicht als sachliche Prüfung verstanden, sondern als Angriff auf die Person. Das ist psychologisch nachvollziehbar.
Aber es ändert nichts daran, dass eine Überzeugung prüfbar bleiben muss, sobald sie Anspruch auf Wahrheit erhebt.
Gegenargument
Man könnte einwenden, dass Glaube gerade deshalb wertvoll ist, weil er nicht nur rational ist. Er spreche eine tiefere menschliche Ebene an: Vertrauen, Hoffnung, Liebe und Sinn. Nicht alles, was für den Menschen wichtig sei, lasse sich messen oder beweisen.
Widerlegung
Dieser Einwand ist berechtigt, solange Glaube als persönliche Haltung verstanden wird. Niemand muss seine Hoffnung, seine Rituale oder seine private Sinnsuche wissenschaftlich rechtfertigen. Das Problem entsteht erst dort, wo aus persönlicher Bedeutung ein objektiver Wahrheitsanspruch wird.
Denn sobald Religion behauptet, Aussagen über Wirklichkeit, Moral, Ursprung, Tod oder Gesellschaft verbindlich zu treffen, kann sie sich nicht mehr auf bloße Innerlichkeit zurückziehen.
Wer Wahrheit beansprucht, muss sich Kritik gefallen lassen.
Fazit
Menschen glauben, weil Glaube menschliche Bedürfnisse anspricht: Sinn, Trost, Sicherheit, Zugehörigkeit und Hoffnung. Das erklärt seine Kraft. Aber gerade diese Erklärung zeigt auch seine Grenze. Glaube ist psychologisch verständlich, sozial wirksam und emotional bedeutsam. Doch daraus folgt nicht, dass seine Inhalte wahr sind.
Eine aufgeklärte Kritik des Glaubens richtet sich daher nicht gegen das Bedürfnis des Menschen nach Sinn. Sie richtet sich gegen den Versuch, aus diesem Bedürfnis einen unbegründeten Wahrheitsanspruch abzuleiten.
Gesamtfazit
Der katholische Glaube kann Menschen Sinn, Trost und Orientierung geben. Als persönliche Haltung ist das nachvollziehbar.
Problematisch wird der Glaube dort, wo er mehr sein will: eine allgemeingültige Wahrheit. Denn seine zentralen Quellen – Offenbarung, Tradition, Dogma und religiöse Erfahrung – sind nicht überprüfbar und nicht widerspruchsfrei.
Der entscheidende Konflikt entsteht also nicht durch Glauben an sich, sondern durch den Anspruch, Wirklichkeit verbindlich zu erklären. Wer Wahrheit beansprucht, muss Gründe nennen, Kritik zulassen und sich möglicher Korrektur stellen.
Dass Menschen dennoch glauben, bleibt menschlich verständlich. Glaube beantwortet existentielle Fragen, schafft Zugehörigkeit und mildert Angst. Doch diese Funktion beweist nicht, dass seine Inhalte wahr sind.
Die zentrale Unterscheidung bleibt daher:
Persönlicher Glaube ist frei;
öffentlicher Wahrheitsanspruch braucht Gründe.
Zitat
„Der Glaube an die Wahrheit beginnt mit dem Zweifel an allen bis dahin geglaubte Wahrheiten.“¹
¹ Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, Zweiter Band, Erste Abteilung: „Vermischte Meinungen und Sprüche“, Nr. 20: „Wahrheit will keine Götter neben sich“.